Andreas Reiners - 9. Februar 2022, 12:41 Uhr AUTOMOBIL
Mit Porsche in die virtuelle Welt
Wer die schönsten Straßen immer und immer wieder in einem Porsche neu erfahren möchte, ohne sie tatsächlich unter die Räder nehmen zu müssen, der bekommt jetzt die Gelegenheit dazu. Denn der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Start-up Way Ahead Technologies eine innovative Software-Lösung.
Wer die schönsten Straßen immer und immer wieder in einem Porsche neu erfahren möchte, ohne sie tatsächlich unter die Räder nehmen zu müssen, der bekommt jetzt die Gelegenheit dazu. Denn der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Start-up Way Ahead Technologies eine innovative Software-Lösung.
Das Projekt Virtual Roads soll Autofahrern erstmals die Möglichkeit bieten, ihre persönlichen Lieblingsstrecken schnell und einfach aus der Realität in ein Videospiel zu übertragen. Alles was es dafür braucht: ein Smartphone mit der entsprechenden App. Durch das Innovationsprojekt lässt sich in Zukunft jede beliebige Strecke mit Hilfe eines Smartphones hinter der Windschutzscheibe und der entsprechenden App aufzeichnen und vollautomatisch in die virtuelle Welt transferieren. Dafür werden die gemachten Aufnahmen von Straße und Umgebung mittels einer Software in eine 3D-Umgebung umgewandelt. Dieser Prozess benötigt weniger als ein Prozent der Zeit eines herkömmlichen Digitalisierungsvorgangs per Laser.
"Wenn man Menschen nach der schönsten Strecke fragt, kommt jedem seine eigene, ganz persönliche Route in den Sinn. Dabei machen vor allem die charakteristischen Merkmale der Topografie den Reiz aus - ganz egal, ob es ein besonderer Alpenpass oder eine legendäre Küstenstraße ist", sagt Robert Ader, Chief Marketing Officer (CMO) bei Porsche, in dessen Bereich das Projekt verantwortet wird. "Für diesen Wiedererkennungseffekt wollen auch wir sorgen. Mit einem deutlich vereinfachten Digitalisierungsprozess, der es jedem erlaubt, seine Lieblingsstrecke virtuell zu fahren."
Dabei erfasst die eigens entwickelte Software unter anderem mit künstlicher Intelligenz die Straße und ihre nähere Umgebung wie Leitplanken und Bäume und gestaltet sie dann möglichst originalgetreu und schnell in Form einer digitalen 3D-Darstellung. Dafür kann das Programm auf ein umfangreiches grafisches Archiv zurückgreifen. Datenschutz spielt bei der Entwicklung eine wichtige Rolle: Das Programm stellt sicher, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht den Weg aus der realen in die virtuelle Welt finden.
Die mit Hilfe der neuen Anwendung entstehende Datei der eigenen Lieblingsstrecke ist aktuell unter anderem mit dem Rennspiel "Assetto Corsa" kompatibel. Die Route kann an jedem entsprechend ausgestatteten Simulator oder über das Smartphone immer wieder neu erfahren werden. Das gilt für die traumhafte Urlaubsreise entlang der amerikanischen Westküste ebenso wie für den spektakulären Ritt auf dem Rundkurs des GP Ice Race in Zell am See.
Wie bei Rennspielen üblich, kann der User für seine virtuelle Fahrt ein beliebiges Fahrzeug wählen, dessen Leistung und Fahreigenschaften der Simulation zugrunde gelegt werden. Auch die Streckencharakteristik wird möglichst realitätsnah umgesetzt: Einen unebenen Fahrbahnbelag quittiert ein entsprechend ausgerüsteter Simulator mit Vibrationen, eine zu schnell angefahrene Kurve mit einem Ausritt ins Gelände. Ambitionierten Fahrern bietet sich so gefahrlos die Möglichkeit, eine besonders anspruchsvolle Strecke auch sportlich in Angriff zu nehmen, Zeiten zu speichern und sich mit anderen zu messen. Darüber hinaus bietet die Technologie vielfältige Einsatzmöglichkeiten in weiteren Szenarien.
Dieser Artikel aus der Kategorie AUTOMOBIL wurde von Andreas Reiners am 09.02.2022, 12:41 Uhr veröffentlicht.
