MOTOR-EXCLUSIVE

Lars Wallerang - 6. April 2017, 14:01 Uhr AUTOMOBIL

Rolls-Royce kennt keine Konkurrenz

Ein rot-schwarzer Silver Wraith von 1956 steht einem funkelnagelneuen Black Badge gegenüber. Auch das aktuelle Rolls-Royce-Modell bietet die beiden Farben, aber nicht als Bicolor, sondern aufgeteilt in schwarze Lackierung und rote Ledersitze. Die beiden Luxuskarossen sind die Prunkstücke auf dem Rolls-Royce-Stand bei der Techno Classica in Essen.


Ein rot-schwarzer Silver Wraith von 1956 steht einem funkelnagelneuen Black Badge gegenüber. Auch das aktuelle Rolls-Royce-Modell bietet die beiden Farben, aber nicht als Bicolor, sondern aufgeteilt in schwarze Lackierung und rote Ledersitze. Die beiden Luxuskarossen sind die Prunkstücke auf dem Rolls-Royce-Stand bei der Techno Classica in Essen. Die britische Nobelmarke blickt auf einen regelrechten Verkaufs-Boom in Deutschland zurück: 2016 verkaufte man zehnmal so viele Fahrzeuge wie noch vor sechs Jahren. Waren es 2011 noch etwa 20 Stück, sind es heute rund 200 jährlich.

Das berichtet einer, der es ganz genau wissen muss: Peter Schoppmann, Chef von Rolls-Royce Deutschland. "Dieser Erfolg hat viele Väter", sagt Schoppmann im Gespräch mit dem mid. Der Boom resultiere aus einer Vielzahl an Maßnahmen. "Seit 2011 arbeiten wir intensiv am deutschen Markt", berichtet der Regional-Direktor. Man habe die Marke besonders sichtbar und anfassbar gemacht, beispielsweise durch ein temporäres Studio in Hamburg, die Präsenz auf dem Genfer Autosalon, auf der Retro Classica Stuttgart oder eben jetzt auf der Essener Techno Classica. Auch die Größe des Händlernetzes habe sich verdoppelt: Aus zwei wurden vier. Man sieht: Mit wirklich großen Stückzahlen wartet Rolls-Royce nicht auf, was freilich damit zusammenhängt, dass die Preise umso höher und die Kunden rar gesät sind.

Vor Konkurrenz durch andere Automarken fürchte man sich keineswegs, sagt Schoppmann selbstbewusst. Denn zu einem Rolls-Royce gebe es in der Welt der Volants keine ernstzunehmende Alternative. Mitbewerber um die Käufergunst seien keine anderen Autos, sondern ganz andere Luxusgüter, etwa eine Yacht oder eine Villa. Viele Kunden hätten schon in ihrer Kindheit von einem Rolls-Royce geträumt. "Als ich als Kind Auto-Quartett gespielt habe, hat der Rolls-Royce immer gewonnen", erinnert sich Schoppmann. Sein ganz persönlicher Favorit sei heute das Cabriolet "Dawn". Ein Cabriolet-Fan sei er aber auch schon immer gewesen. Und der Rolls Royce Dawn sei perfekt fürs Offenfahren mit Familie. "Der Dawn ist keine Mogelpackung, sondern ein echter Viersitzer.

Die Krönung bleibe allerdings unangefochten der "Phantom". Das sei der "Smoking" unter den Fahrzeugen mit dem "Spirit of Ecstasy". Der noch aktuelle Phantom werde gerade von Sammlern gekauft, da im nächsten Jahr bereits der Nachfolger, also die 8. Generation der größten Limousine aus dem Hause Rolls-Royce auf den Markt kommt.

Der Nachfolger soll mehr Aluminium-Bauteile besitzen, aber weiterhin rund 2,5 Tonnen wiegen. Das liege an den noch aufwändigeren Einbauten, erläutert Schoppmann. Das neue Modell werde wieder einen Zwölfzylindermotor mit 6,75 Liter Hubraum unter der Haube haben, diesmal aber mit Bi-Turbo und noch einmal mehr PS als die bereits jetzt schon sportlich motorisierte Luxuskarosse. Worin sich der neue Phantom vom Vorgänger sonst noch unterscheiden soll, ist bislang Betriebsgeheimnis. Ab Sommer wollen die Briten aber mehr verraten.

Lars Wallerang / mid

Dieser Artikel aus der Kategorie AUTOMOBIL wurde von Lars Wallerang am 06.04.2017, 14:01 Uhr veröffentlicht.