MOTOR-EXCLUSIVE

Thomas Schneider - 29. November 2016, 17:38 Uhr SERVICE

Autobau: Der Fluch der guten Tat

Ultraharte Stähle und neue Fertigungsverfahren machen moderne Autos immer sicherer. Doch wie so vieles im Leben hat auch diese Entwicklung eine Kehrseite. Denn bei einem Verkehrsunfall erschweren diese Materialien den Einsatzkräften die Arbeit erheblich. Nun aber ist eine Lösung für dieses Problem in Sicht: Laser-Technik.


Ultraharte Stähle und neue Fertigungsverfahren machen moderne Autos immer sicherer. Doch wie so vieles im Leben hat auch diese Entwicklung eine Kehrseite. Denn bei einem Verkehrsunfall erschweren diese Materialien den Einsatzkräften die Arbeit erheblich. So stoßen deren Werkzeuge immer öfter an ihre Grenzen - etwa hydraulische Rettungsscheren.

Nun aber ist eine Lösung für dieses Problem in Sicht: das Projekt LaserRettung. Um eine mobile Lasereinheit zu entwickeln, die dann die Retter nutzen können, haben sich das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH), sechs Verbundpartner sowie acht assoziierte Partner zusammengeschlossen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis Oktober 2019 gefördert.

Das Problem: Durch hochfeste Stähle und Verbundmaterialien erhöht sich zwar die Fahrzeugstabilität, doch sie kostet Feuerwehr und sonstige Helfer kostbare Zeit am Unfallort. Denn Rettungsmittel wie Trennschleifer, Plasmaschneider oder hydraulische Rettungsscheren benötigen verhältnismäßig viel Zeit, um die Karosserie zu durchtrennen oder versagen in Einzelfällen sogar dabei. Und je schneller eine Person befreit werden kann, desto größer ist die Überlebenschance.

Die mögliche Lösung: Die Projektpartner von LaserRettung wollen eine kompakte Lasereinheit entwickeln, die dort Anwendung findet, wo bisherige Rettungsmittel an ihre Grenzen stoßen. Diese stellt quasi die grobe Keule dar, die auch härteste Werkstoffe entweder sofort zerschneidet oder zumindest so vorkerbt, dass anschließend ein schnelles Durchtrennen mit konventionellen Werkzeugen möglich ist. Soviel zur Theorie.

In der Praxis muss jedoch auch die Sicherheit beim Einsatz eines Lasers am Unfallort gewährleistet sein. So könnten laut des Laser Zentrums Abschalt-Vorrichtungen für das System benötigt werden. Und daher tüfteln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuell daran, welche Maßnahmen zum Schutz von Rettungspersonal, Unfallopfern und unbeteiligten Dritten ergriffen werden müssen. Denkbar wären unter anderem Vorhänge und Matten sowie Schutzbrillen.

Dieser Artikel aus der Kategorie SERVICE wurde von Thomas Schneider am 29.11.2016, 17:38 Uhr veröffentlicht.