MOTOR-EXCLUSIVE

Rudolf Huber - 11. Oktober 2016, 12:48 Uhr SERVICE

Sicherheitsgurt als unterschätzter Lebensretter

Natürlich ist der Griff zum Sicherheitsgurt inzwischen längst eine Selbstverständlichkeit. Aber nicht jeder Autofahrer legt das Textilband auch korrekt an. Dabei kann er nur dann seine oft lebensrettende Aufgabe auch wirklich erfüllen.


Natürlich ist der Griff zum Sicherheitsgurt inzwischen längst eine Selbstverständlichkeit. Aber nicht jeder Autofahrer legt das Textilband auch korrekt an. Dabei kann er nur dann seine oft lebensrettende Aufgabe auch wirklich erfüllen.

Im Bewusstsein der Autofahrer ist die Bedeutung des Sicherheitsgurtes in den letzten Jahren angesichts einer immer größeren Airbag-Dichte und einer grassierenden Zahl von Assistenzsystemen zurückgegangen. Völlig zu Unrecht, wie Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf betont: "Der Sicherheitsgurt zählt zu den wichtigsten Maßnahmen des passiven Insassenschutzes im Pkw."

Die Rückhalteeinrichtungen aus Gurt, Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern plus Airbags sind exakt aufeinander abgestimmt. Deshalb ist es wichtig, dass der Sicherheitsgurt richtig sitzt. Er darf nie unter der Achsel anstatt über die Schulter geführt werden, um den subjektiven Bewegungsspielraum zu vergrößern. Die Gurthöhe muss so eingestellt sein, dass er nicht am Hals anliegt, sondern über die Schulter und das Schlüsselbein läuft. Auch auf harten Gegenstände wie Smartphone oder Schlüsselbund in den Taschen der Bekleidung darf das Textilband nicht liegen, dicke Jacken, Mäntel und Westen müssen vor dem Anschnallen ausgezogen werden. Sie können wie ein Luftpolster wirken und zu viel Bewegungsspielraum bieten, das kann der beste Gurtstraffer nicht ausgleichen.

"Mittlerweile ist der Anteil der Gurtmuffel im Pkw auf etwa zwei Prozent gesunken", sagt Egelhaaf. "Von den in Pkw tödlich verunglückten Insassen waren dagegen 20 Prozent nicht angegurtet. Besser lässt sich die Wirksamkeit des lebensrettenden Textils nicht belegen."

Dieser Artikel aus der Kategorie SERVICE wurde von Rudolf Huber am 11.10.2016, 12:48 Uhr veröffentlicht.