Rudolf Huber - 7. Oktober 2016, 14:01 Uhr SERVICE
Das Auto wird zum Chauffeur
Vom Gebrauchsgegenstand zum persönlichen Begleiter: Die Rolle des Automobils wird sich in wenigen Jahren komplett verändern. Wie sie sich darstellen wird, zeigt Bosch schon heute - mit einem Erprobungsfahrzeug auf dem ITS World Congress im australischen Melbourne.
Vom Gebrauchsgegenstand zum persönlichen Begleiter: Die Rolle des Automobils wird sich in wenigen Jahren komplett verändern. Wie sie sich darstellen wird, zeigt Bosch schon heute - mit einem Erprobungsfahrzeug auf dem ITS World Congress im australischen Melbourne.
Der Zulieferer will Anfang des kommenden Jahrzehnts ein System auf den Markt bringen, mit dem Pkw auf Autobahnen oder autobahnähnlichen Straßen völlig selbstständig fahren können. Das soll nicht nur die Sicherheit im Straßenverkehr steigern. Es wird auch das Autofahren grundsätzlich verändern. An den Verbindungspunkten von Mensch und Maschine, den Armaturen und Bedienelementen, und an völlig neuen Funktionen wird das am deutlichsten spürbar. Das Erprobungsfahrzeug erkennt seinen Fahrer über eine neu entwickelte Innenraumkamera und lädt sofort dessen Nutzerprofil mit allen bevorzugten Fahrzeug-Konfigurationen und den am häufigsten angefahrenen Reisezielen.
Der Fahrer muss lediglich seinen Zielort und die berechnete Verkehrsroute auswählen. Dabei erfährt er, welche Teile seiner Strecke manuell gefahren werden und bei welchen er sich zurücklehnen kann. "Während Autobahnfahrten wird das Auto zum Chauffeur und der Fahrer zum Passagier", beschreibt Bosch-Geschäftsführer Dr. Dirk Hoheisel die neue Rollenverteilung.
Wenn die Fahraufgabe komplett vom Auto übernommen wird, kann sich der Fahrer anderen Dingen zuwenden. Er kann sich entspannen oder E-Mails lesen und schreiben - ganz ohne Sicherheitsrisiko. Damit der Fahrer während der automatisierten Fahrt jederzeit wieder das Steuer übernehmen kann, achtet die Innenraumkamera darauf, dass er nicht einschläft. Bei zu lange geschlossenen Augen erfolgt eine Warnung.
Im manuellen Fahrmodus sorgt das Erprobungsfahrzeug für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, weil alle Sensoren und Verkehrsinformationsysteme, die für das automatisierte Fahren benötigt werden, aktiv bleiben. Die sogenannte "Vehicle-to-Vehicle-Communication informiert das Testauto über andere Verkehrsteilnehmer, ehe sie zu sehen sind. Auf der ITS zeigt Bosch beispielhaft eine Kommunikationsverbindung zwischen dem Versuchsfahrzeug und einem Motorrad. Darüber hinaus tauschen beide Fahrzeuge permanent ihren Aufenthaltsort aus - das senkt das Risiko einer Kollision.
Dieser Artikel aus der Kategorie SERVICE wurde von Rudolf Huber am 07.10.2016, 14:01 Uhr veröffentlicht.
