Jutta Bernhard - 6. Oktober 2016, 16:38 Uhr SERVICE
Die mid-Zeitreise: Herbstgefahren beim Autofahren
Am 15. Oktober 1956 berichtete der mid im 6. Jahrgang über glatte Straßen, frühe Dunkelheit und Nebel, die Autofahrer zur Vorsicht zwingen.
Der Herbst ist da, die zweifellos farbenprächtigste Jahreszeit, die gerade deshalb viele Autofahrer veranlasst, mit ihrem Fahrzeug in die Natur zu fahren und zu wandern. Umso mehr, als bald der Winter seinen Einzug hält und dann Verhältnisse eintreten können, die das Fahren mit dem Kraftfahrzeug wenig reizvoll machen. Aber auch schon jetzt, im bunten Herbst, gibt es Gefahren die verhängnisvoll werden können. Straßenglätte, lange Dunkelheit und Nebel zwingen jeden Kraftfahrer zu erhöhter Vorsicht.
Regen - Nebel - Laub
Die Straßenglätte ist nicht nur auf Regenfälle zurückzuführen. Schon stärkerer Nebel kann die Straßen schlüpfrig machen. Und auch das Laub wird zur Gefahr, wenn es auf der Straße eine schmierseifenglatte Schicht bildet. Gut profilierte Reifen oder - fast besser noch - gesommerte Reifen bilden da einen ausgezeichneten Schutz gegen das Schleudern, mehr noch langsames, vorsichtiges Fahren und Unterlassen starken Bremsens oder allzu scharfen Einschlagens der Steuerung. Nebel nimmt in größerem oder geringerem Grade auch die Sicht. Aus diesem Grunde heißt es langsam fahren.
Heimtückische Nebelbänke
Noch langsamer! Das allein kann den Kraftfahrer vor unliebsamen Zwischenfällen schützen. Besondere Vorsicht erfordern plötzlich auftauchende Nebelbänke, aus denen im ungeeignetsten Augenblick ein Fahrzeug herauskommen kann. Dass man bei Nebel nicht das Standlicht einschaltet, sollte jeder vernünftige Fahrer wissen, auch wenn es nicht gesetzlich verboten wäre. Man fährt abgeblendet und mit Nebelleuchte, um selbst besser sehen zu können, aber auch, um von Entgegenkommenden besser gesehen zu werden. Gewarnt muss davor werden, bei Nebel die Scheinwerfer auf Fernlicht zu schalten. Man würde damit nur erreichen, dass deren Licht von der Nebelwand reflektiert wird und man vor sich eine undurchsichtige "Kino-Leinwand" sieht.
Stark beanspruchte Batterie
Ist die Beleuchtung des Fahrzeugs schon bei Nebel außerordentlich wichtig, so noch mehr bei Fahrten in der Zeitig einbrechenden und lange dauernden Dunkelheit. Die modernen Scheinwerfer geben zwar ein so weitreichendes Licht, dass man auch bei Nacht ein ganz hübsches Tempo vorlegen kann. Aber der beste Scheinwerfer hilft nicht, wenn er nicht genügend Strom erhält. Dafür ist die Batterie verantwortlich, an die Herbst und Winter besonders große Anforderungen stellen, weil alle Stromverbraucher - Scheinwerfer, Scheibenwischer, Blinker usw. - häufiger benutzt werden. Deshalb soll man der Batterie jetzt seine volle Aufmerksamkeit zuwenden. Ist sie noch wirklich in Ordnung? Steht die Flüssigkeit noch genügend hoch? Ist die Säuredichte noch genügend und sind die Pole sauber, die Anschlüsse fest und die Ladung ausreichend? Man vergesse nicht, dass die Batterie mit den sinkenden Temperaturen schwächer wird, dass man also alles tun muss, um ihre Leistungsfähigkeit voll zu erhalten. Denn sie ist es schließlich, die dem Fahrzeug erst Leben gibt durch die Funken an den Zündkerzen, die man übrigens jetzt ebenfalls kontrollieren und gegebenenfalls erneuern sollte.
Dieser Artikel aus der Kategorie SERVICE wurde von Jutta Bernhard am 06.10.2016, 16:38 Uhr veröffentlicht.
