MOTOR-EXCLUSIVE

Thomas Schneider - 10. August 2016, 14:46 Uhr SERVICE

Lkw-Pannen: Wie sich horrende Schäden verhindern lassen

Ein defekter Schlauch an einem Lkw-Aufbau kann nur ein paar Euro kosten oder aber einen Schaden in sechsstelliger Höhe verursachen - je nachdem wie der Fahrer darauf reagiert. In manchen Bereichen kann Vorsorge getroffen werden. Wenn dann aber tatsächlich etwas kaputtgeht, hilft meist nur der Fachmann weiter.


Ein defekter Schlauch an einem Lkw-Kühlaufbau kann nur ein paar Euro kosten oder aber einen Schaden in sechsstelliger Höhe verursachen - je nachdem wie der Fahrer darauf reagiert. Streikt etwa die Kühlanlage des Trailers, muss er Ruhe bewahren und nicht in Aktionismus verfallen.

"Wichtig ist in solchen Fällen, nach Möglichkeit nicht die Tür des Aufbaus zu öffnen. Dadurch entsteht meist erst der Schaden an der Ware", sagt Werner Renz, Geschäftsführer des ADAC TruckService. Und der kann etwa beim Transport von empfindlichen Medikamenten in die Hunderttausende gehen. Schnelles und richtiges Handeln könne die Ladung dagegen häufig retten.

Richtig bedeutet hier: die vom Hersteller vorgegebenen Verhaltensregeln einhalten und den Fehler zügig melden. Häufig können Kühlaggregate mobil repariert werden, manchmal sogar durch einen Fernzugriff auf die Software. Ist das nicht möglich hilft der Notdienst des Kühlmaschinen-Herstellers. Bald schon soll ein herstellerneutrales Pannenpräventions-System für Trailer auf den Markt kommen, das zur IAA Nutzfahrzeuge im September erstmals gezeigt und vom ADAC TruckService wird. Es analysiert die Telematik-Daten auch von Kühlaggregaten in Echtzeit und warnt rechtzeitig.

Anfällig sind die Hydraulikschläuche an Aufliegern durch Beschädigungen von außen, defekte Dichtungen oder hohe Beanspruchung. Daher gilt es, die Hydraulikschläuche regelmäßig auf Scheuerstellen zu überprüfen. Kommt es dennoch zu einer Beschädigung, sollten nur Experten Hand anlegen.

Selbst ist der Trucker heißt es dagegen bei Rissen in der Plane durch schlecht gesicherte Ladung, touchierte Äste oder mutwillige Zerstörung. Die sollten sofort zumindest provisorisch mit Panzertape versorgt werden, damit sie durch den Fahrtwind nicht weiter einreißen. Reparatursets gibt es für weniger als 30 Euro. Ist die Plane erst einmal auf breiter Front beschädigt, wird es teurer.

Und auch die Ladebordwand sorgt immer wieder für Ärger, meist wegen nicht funktionierender Fußschalter und Schließzylinder oder einen Defekt am E-Motor. Dringt Schmutzwasser in das Gehäuse ein, kann es zu einem Motorschaden kommen. Lässt sich der Aufbau nicht mehr öffnen, liegt das oft an mangelnder Pflege.

Verhindert werden kann diese Situation durch regelmäßiges Reinigen oder Ölen von Schlössern, Scharnieren und den Rollen der Schiebeplanen. Die Experten raten hier von Selbsthilfe ab, weil dadurch nicht selten weitere, mitunter teure Gewaltschäden auftreten. Eine Reparatur durch den Fachmann ist normalerweise mobil möglich. Das Motto für Trucker auf Achse bei einer Panne lautet also: Cool bleiben und den Schaden so gut es geht begrenzen.

Dieser Artikel aus der Kategorie SERVICE wurde von Thomas Schneider am 10.08.2016, 14:46 Uhr veröffentlicht.