Ralf Loweg - 18. Juli 2016, 12:27 Uhr MOTORSPORT
Warum Rallye-Stars einen chinesischen Führerschein brauchen
Nach dem Ruhetag bläst das deutsche X-raid-Team bei der Silk Way Rallye mit frischen Kräften zur großen Aufholjagd. Der Saudi Yazeed Al-Rajhi und sein deutscher Beifahrer Timo Gottschalk sorgten dabei in ihrem Mini ALL4 Racing auf der 8. Etappe für den ersten Tagessieg. Vielleicht lag's auch am chinesischen Führerschein.
Nach dem Ruhetag bläst das deutsche X-raid-Team bei der Silk Way Rallye mit frischen Kräften zur großen Aufholjagd. Der Saudi Yazeed Al-Rajhi und sein deutscher Beifahrer Timo Gottschalk sorgten dabei in ihrem Mini ALL4 Racing auf der 8. Etappe für den ersten Tagessieg. Die russischen Teamkollegen Vladimir Vasilyev und Konstantin Zhiltsov sicherten sich Tagesrang fünf. Doch an der Spitze fährt weiter Peugeot: Es führt der Franzose Cyril Despres im 2008 DKR vor seinem Landmann und Markenkollegen Sebastien Loeb. Mit einem Rückstand von rund 14 Minuten auf den Führenden liegt Vladimir Vasilyev auf Platz drei ebenso noch aussichtsreich im Rennen wie Yazeed Al-Rajhi auf Rang vier.
Die Rallye-Karawane ist aber nicht nur auf den Wertungsprüfungen gefordert. Nach dem Ruhetag überquerten die Teams die Grenze nach China. Dort musste zunächst die Arbeit mit den erforderlichen Dokumenten erledigt werden. Danach gab es für alle Mitglieder des Rallye-Trosses, die im Auto die Grenze überquerten, einen chinesischen Führerschein. Ohne dieses Dokument dürfen auch die besten Rallye-Fahrer der Welt im Reich der Mitte nicht am Rad drehen. Der chinesische Führerschein ist zeitlich begrenzt und kann nur in Verbindung mit einem gültigen Führerschein genutzt werden. Und die Service-Fahrzeuge erhielten zudem noch chinesische Nummernschilder.
Yazeed Al-Rajhi erlebte eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Nach einem Reifenschaden auf dem siebten Streckenabschnitt eroberte er tags darauf auf den letzten Kilometern den Etappensieg. "Das war eine harte Prüfung, eine extreme Buckelpiste, aber wir haben die ganze Zeit attackiert", berichtet der Saudi. "Fast die gesamte Prüfung hat zu den Buggys von Peugeot gepasst, aber die letzten Kilometer waren besser und wir konnten aufholen." Damit hat er die Hoffnung auf den Gesamtsieg noch nicht aufgegeben.
Großes Pech hatten Jürgen Schröder und Sohn Max vom privaten PS-Laser-Team. Das Vater-Sohn-Duo war auf den ersten Kilometern bis auf Platz zehn nach vorne gefahren, da streikte plötzlich das Getriebe des Nissan Navara V8. Beide mussten auf den Service-Truck warten. Dieser zog das Fahrzeug der Schröders am Seil ins Camp. Dort wurde dann das Getriebe getauscht. Das aber bedeutet: Zur nächsten Etappe startet das Duo mit einer Strafzeit von mehreren Stunden. Doch die Schröders geben nicht auf. "Schade, bis zu diesem Problem lagen wir richtig gut im Rennen. Jetzt müssen wir von weit hinten im Feld eine Aufholjagd starten", sagt Jürgen Schröder.
Auf dem Weg entlang der berühmten Seidenstraße geht es für die Rallye-Asse jetzt weiter nach Hami und damit zum ersten Mal in die Wüste. Vom Start weg stehen laut X-raid Dünen auf dem Programm, zudem gibt es Off-Road- und Wegpassagen.
Dieser Artikel aus der Kategorie MOTORSPORT wurde von Ralf Loweg am 18.07.2016, 12:27 Uhr veröffentlicht.
