Ralf Loweg - 18. April 2016, 17:15 Uhr SPECIALS
O.N.S. Porsche 914/6 GT: Schneller als die Feuerwehr
Ohne Sicherheitsfahrzeuge stehen im Motorsport die Räder still. Heute sind vor allem PS-starkes Auto von Mercedes oder BMW als ''Safety Car'' auf den Rennstrecken rund um den Globus im Einsatz. Doch wie hat eigentlich alles angefangen?
"Innerhalb von 30 Sekunden muss jeder Punkt der Rennstrecke erreicht werden", sagte einst der Rennfahrer Herbert Linge. Das war in den 1960er Jahren alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Das änderte sich 1972, als Recaro den O.N.S. Porsche 914/6 GT an die Sicherheitsstaffel der Obersten Nationalen Sportkommission (O.N.S.) übergab. Insgesamt hatte Porsche damals nur zwölf Werkswagen dieses Typs für den Profi-Motorsport aufgebaut.
1972 kam dieser Porsche zu einem heißen Einsatz als "R-Wagen" oder "schnellste Feuerwehr der Welt": Der Porsche wurde von Recaro mit diversen Sicherheitssystemen und einer Feuerlöschanlage ausgestattet, um an der Rennstrecke unmittelbar die Bergung und Erstversorgung verunglückter Rennfahrer zu unterstützen. Bei der Ausstellung ist der rote Renner im originalen O.N.S.-Zustand zu bewundern.
Außerdem bietet Recaro den Besuchern Einblicke in 50 Jahre Sportsitz-Geschichte. Das Unternehmen präsentiert vier historische Sitzmodelle, die als Design-Ikonen den Bogen von 1965 bis in die heutige Zeit schlagen: So hatte der erste Sportsitz vor 51 Jahren statt der bis dahin verwendeten Kombination aus Metallfederung und Rosshaar-Polsterung plötzlich Schaumstoffpolster. Das sorgte mit Seitenwangen an Lehne und Sitzkissen für einen besonders guten Halt - heute eine Selbstverständlichkeit in fast jedem Auto.
Dieser Artikel aus der Kategorie SPECIALS wurde von Ralf Loweg am 18.04.2016, 17:15 Uhr veröffentlicht.
