Michael Kirchberger - 7. April 2016, 11:40 Uhr MOTORSPORT
X-raid: Kühler Kopf im "Backofen"
Am bislang heißesten Tag der Wüsten-Rallye in Abu Dhabi behielt der Finne Mikko Hirvonen einen kühlen Kopf und bescherte dem deutschen X-raid-Team den ersten Etappensieg. Er setzte sich in seinem Mini All4 Racing vor dem Toyota-Piloten Nasser Al-Attiyah (Katar) durch, der noch die Gesamtwertung vor dem Finale anführt.
Am bislang heißesten Tag der Wüsten-Rallye in Abu Dhabi behielt der Finne Mikko Hirvonen einen kühlen Kopf und bescherte dem deutschen X-raid-Team den ersten Etappensieg. Er setzte sich in seinem Mini All4 Racing gegen den Toyota-Piloten Nasser Al-Attiyah (Katar) durch, der noch die Gesamtwertung vor dem Finale anführt. Der Amerikaner Bryce Menzies kam mit seinem deutschen Co-Piloten Andreas Schulz als Dritter ins Ziel. Dahinter landete der Saudi Yazeed Al-Rajhi mit seinem deutschen Beifahrer Timo Gottschalk auf Platz vier - damit feierte X-raid auf der vierten Etappe wieder ein gutes Mannschafts-Ergebnis.
Doch Mikko Hirvonen hatte in der Hitze schwer zu kämpfen, wie er später zugab. "Zu Beginn der Prüfung fand ich meinen Rhythmus einfach nicht." Danach habe ihn Teamkollege Bryce Menzies eingeholt: "Wir sind dann zusammen gefahren - mal war er vorne, mal ich", sagte Mikko Hirvonen. Doch dann hatte sich der Amerikaner mit seinem Mini All4 festgefahren und verlor dadurch einige Minuten.
Im Gesamtklassement führt Nasser Al-Attiyah jetzt mit knapp einer halben Stunde Vorsprung vor Yazeed Al-Rajhi. Für den Saudi war an diesem Tag allerdings mehr möglich. "Wir waren zu Beginn der Prüfung etwas zu vorsichtig unterwegs", berichtete Co-Pilot Timo Gottschalk. "Dort haben wir die Zeit verloren, die uns am Schluss gefehlt hat." Der bisherige Zweite Vladimir Vasilyev (Russland) fiel nach einem Unfall in der Gesamtwertung auf Platz 15 zurück.
Pech hatten Motorsport-Legende Jutta Kleinschmidt und ihre schwedische Beifahrerin Tina Thörner, die wegen Getriebeproblemen ihres Buggys die Prüfung abbrechen mussten. "Leider ging uns der Rückwärtsgang kaputt, und bevor noch mehr passiert, sind wir aus der Prüfung rausgefahren", erklärte Jutta Kleinschmidt. Das Ergebnis war für sie jedoch von Anfang an zweitrangig, da sie das X-raid-Team in erster Linie bei der Weiterentwicklung des Buggys unterstützen soll. Im Gegensatz zu den Allrad-Minis ist der Buggy mit Heckantrieb unterwegs.
Jutta Kleinschmidt, die 2001 als bislang einzige Frau die berühmt-berüchtigte Rallye Dakar gewinnen konnte, war trotzdem zufrieden mit ihrem Wüsten-Comeback. "Wir konnten hier genug Kilometer fahren, um ein neues Setup zu testen. Es ist schade, dass wir abbrechen mussten, aber wir wussten von Anfang an, dass wir hier zum Testen sind." Doch schon in wenigen Tagen hat Jutta Kleinschmidt die nächste Gelegenheit zur Probefahrt mit dem Buggy, dann startet der Rallye-Tross in Katar.
Dieser Artikel aus der Kategorie MOTORSPORT wurde von Michael Kirchberger am 07.04.2016, 11:40 Uhr veröffentlicht.
