Michael Kirchberger - 1. April 2016, 10:49 Uhr SERVICE
Weitgehend klapprig: Öko-Test prüft Klappräder
Früher galten Klappräder als überaus klapprig und daher nur bedingt empfehlenswert. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat jetzt untersucht, ob die neue Generation von Falt- oder Klapprädern an Qualität gewonnen hat. Das Testergebnis ist enttäuschend. Teilweise sind sie nicht stabil, haben zu schwache Bremsen und stecken voller bedenklicher Substanzen.
Falträder sind vor allem für Pendler praktisch: Sie lassen sich kostenlos in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen, auch zu Stoßzeiten, in denen normale Drahtesel oft nicht transportiert werden dürfen. Gerne genutzt werden sie überdies von Reisemobilfahrern oder Seglern, um ihre Einkäufe zu erledigen oder Ausflüge zu machen. Die neue Untersuchung von Öko-Test zeigt jedoch, dass von neun getesteten Klapprädern keines uneingeschränkt zu empfehlen ist. Sechs erhalten gar die Testurteile "mangelhaft" oder "ungenügend".
Das liegt unter anderem daran, dass sie den Praxistest nicht bestanden haben. Bei drei Modellen etwa zeigen die Rahmen nach dem Test auf dem Rollenprüfstand gefährliche Risse. Sie erfüllen damit die Anforderungen der Fahrradnorm ebenso wenig wie sechs Marken mit zu schwachen Bremsen. Im Ernstfall hätten diese es nicht geschafft, ein voll beladenes Rad rechtzeitig zu stoppen. Auch bei der Schadstoffanalyse gibt es einiges zu bemängeln: Griffe und Sättel sind unter anderem mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, von denen einige als krebserregend gelten, dem fortpflanzungsgefährdenden Diethylhexylphthalat (DEHP) und/oder dem immuntoxischen Dioktylzinn belastet.
Wenigstens mit dem Fahrgefühl und dem Faltmechanismus waren die Tester weitgehend zufrieden. Die meisten Fahrräder können in etwa einer halben Minute aufgebaut werden. Nur bei einem Modell braucht man doppelt so lange.
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