MOTOR-EXCLUSIVE

Jutta Bernhard - 18. März 2016, 17:48 Uhr SERVICE

Die mid-Zeitreise: Frühjahrsarbeiten am Auto

Am Dienstag, 27. März 1956, berichtete der mid im 6. Jahrgang über Frühjahrsarbeiten am Auto.


Wenn man auch hofft, dass der Winter nunmehr vorbei ist, sollte man doch nicht vergessen, dass er unversehens nochmals seine Tücken zeigt, dass sogar noch im Mai die berüchtigten Eisheiligen lauern. Aber immerhin darf man schon jetzt daran denken, einige der vielen Arbeiten vorzunehmen, die nun mal nötig sind, um den Wagen für die wärmere Jahreszeit in Ordnung zu haben und sorgenfrei damit fahren zu können. Zum Teil überlässt man diese Arbeiten am besten einer Werkstatt, weil sie oft recht schmutzig sind oder ein größeres Wissen von der Technik verlangen, als es viele Kraftfahrer haben. Da machen sich die Kosten oft viel weniger bemerkbar, als wenn man etwas falsch macht.

Ölwechsel an drei Stellen

Selbst vornehmen kann man den Ölwechsel. Dazu lässt man das alte Öl in warmem Zustande ab, also am besten nach einer längeren Fahrt, spült gut mit frischem Öl nach - keinesfalls mit Spülöl oder gar Petrolium - und füllt dann die erforderliche Menge ein, wobei man darauf achten soll, nur eine wirklich bewährte Marke zu kaufen. Wer ganz vorsichtig ist und seinen Motor liebt, der kann ihm auch kolloidalen Graphit zusetzen. Den Ölwechsel im Getriebe und Differenzial überlässt man am besten einer Werkstatt, die diese Teile nicht nur reinigt, sondern auch prüft, ob nicht kleine Metallsplitter oder der Zustand der Zähne auf einen vorhandenen Defekt hinweisen. Auch die Lenkung ist ein Teil des Wagens, an dem sich ein Privatfahrer nicht vergreifen sollte. Hier muss unter anderem vor allem darauf geachtet werden, dass die Lenkung nicht zu viel toten Gang hat, was leicht zu Unfällen führen kann.

Schutz gegen Rost

Das Abschmieren kann man zwar selbst vornehmen, aber die meisten Fahrer überlassen es doch einer Werkstatt, weil es eine mühselige und nicht sehr saubere Arbeit ist. Moderne Spiralfedern brauchen keine besondere Pflege. Dagegen sind Blattfedern sehr sorgfältig zu reinigen, indem man den Wagen so hebt, dass sie entlastet sind und spreizen. Dann kann man den Rost und Schmutz entfernen und sie am besten mit einem graphithaltigen Fett versehen. Dass Federgamaschen sehr nützlich sind, hat sich leider noch nicht überall herumgesprochen. Die Unterseite des Chassis nebelt man mit einem dafür geschaffenen Schutzmittel an, sodass sie vor Rost recht gut geschützt ist.

Für Kupplung und Bremsen zur Werkstatt

Arbeiten, die man selbst ausführen kann und sogar selbst ausführen sollte, damit man mit seiner Maschine vertraut wird, sind die Wartung des Vergasers, der Benzinpumpe und des Umstellhahns. Hier kann sich Wasser abgesetzt haben und Schmutz, die entfernt werden müssen, damit man nicht unterwegs plötzlich liegen bleibt, weil kein Benzin zum Motor gelangt. Beim Ventilatorriemen kommt es darauf an, dass er noch gut in Ordnung und richtig gespannt ist. Die Einstellung der Kupplung und der Bremsen, von denen oft genug unser Leben abhängt, sollte nur durch einen zuverlässigen Fachmann geschehen. Vielfach wird die Prüfung der Bremsen - in größeren Städten wenigstens - gratis von den bekannten Ölfirmen unternommen, die eigene Stände dafür haben, ebenso die Einregulierung der Scheinwerfer. Die Räder schließlich: Herunter mit den Reifen und die Felgen unter die Lupe genommen. Sind sie verbeult, dann kann nur die Werkstatt den Schaden beheben. Sind sie in Ordnung, so braucht man sie nur zu säubern und gut zu streichen, damit nicht Rost die Reifen zerstören kann. Die Pneus aber unterziehe man einer sehr kritischen Betrachtung. Sind sie stark abgefahren, aber doch noch genug Gummi vorhanden, so kann man sie runderneuern lassen. Wer sie dann gleich noch "sommern" lässt, hat einen guten Schutz gegen das Rutschen und Schleudern auf feuchter Straße.

Dieser Artikel aus der Kategorie SERVICE wurde von Jutta Bernhard am 18.03.2016, 17:48 Uhr veröffentlicht.