MOTOR-EXCLUSIVE

Rudolf Huber - 18. März 2016, 15:26 Uhr SERVICE

AvD: Tempo 30 muss sinnvoll sein

Ohne Nachbesserung nicht zielführend und im Einzelfall sogar schädlich - so bewertet der Automobilclub AvD die von der Bundesregierung geplante vereinfachte Einrichtung von Tempo-30-Zonen auf Hauptstraßen im Umfeld von sozialen Einrichtungen, Krankenhäusern, Kindergärten oder Schulen.


Ohne Nachbesserung nicht zielführend und im Einzelfall sogar schädlich - so bewertet der Automobilclub AvD die von der Bundesregierung geplante vereinfachte Einrichtung von Tempo-30-Zonen auf Hauptstraßen im Umfeld von sozialen Einrichtungen, Krankenhäusern, Kindergärten oder Schulen. Damit könne sich der insgesamt "gute Ansatz zur Verkehrssicherheit" ins Gegenteil verkehren.

So befürchtet der AvD bei einer großflächigen Ausdehnung von Tempo-30-Zonen auf innerstädtischen Hauptstraßen erhöhte Schadstoff-Emissionen. Die Unterbrechung von Tempo-30-Zonen durch Ampeln und Stoppstellen könne Emissionen erhöhen, weil der Kohlenstoff-Ausstoß von Kraftfahrzeugen bei einer Geschwindigkeitsreduzierung von 50 auf 30 km/h um 90 Prozent und der Kohlenwasserstoff-Ausstoß sogar um 70 Prozent steige, wenn in diesen Bereichen angehalten und wieder angefahren werden müsse.

"Wenig bekannt ist die Tatsache, dass die Schäden durch schwere Lkw bei Geschwindigkeiten bis 30 km/h besonders hoch sind", so ein AvD-Sprecher. Straßenunterbau, Versorgungsleitungen und Kanalisation würden durch das sogenannte "Rutting" beim Anfahren und Bremsen bis zu einer Tiefe von zwölf Meter stark belastet.

Der AvD appelliert an die Straßenverkehrsbehörden, zusammen mit Eltern und Anwohnern durch Ortsbegehungen festzustellen, welche Gefährdungen konkret vorhanden sind, bevor Verkehrsschilder aufgestellt werden. Tempo 30 sollte dabei grundsätzlich, etwa vor Schulen, deren Kernzeiten am Vormittag liegen, zeitlich begrenzt sein. 24-Stunden-Geltung ohne Nachweis der dafür besonderen Erforderlichkeit sei nicht zielführend und deshalb nicht zu empfehlen. Der Club befürwortet Geschwindigkeitsanpassungen nur dort, wo sie wirklich nötig und einsehbar sind. Denn bei sinnvollem Einsatz des Tempo-30-Limits sei auch die Akzeptanz durch die Autofahrer größer.

Dieser Artikel aus der Kategorie SERVICE wurde von Rudolf Huber am 18.03.2016, 15:26 Uhr veröffentlicht.