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Ralf Loweg - 16. Januar 2016, 10:39 Uhr MOTORSPORT

Rallye Dakar: X-raid-Team hofft auf Happy End

Das deutsche X-raid-Team gibt auf der Zielgeraden der berühmt-berüchtigten Rallye Dakar das Tempo vor. Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah verkürzte in seinem Mini ALL4 vor dem Schlusstag den Rückstand auf Spitzenreiter Stephane Peterhansel im Peugeot 2008 DKR auf 40:49 Minuten. Derweil bescherte der Finne Mikko Hirvonen dem X-raid-Team auf der vorletzten Etappe den insgesamt dritten Tagessieg.


Das deutsche X-raid-Team gibt auf der Zielgeraden der berühmt-berüchtigten Rallye Dakar das Tempo vor. Ob Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah im Kampf um die Dakar-Krone in seinem Mini ALL4 auf der letzten Etappe Spitzenreiter Stephane Peterhansel im Peugeot 2008 DKR noch abfangen kann, steht allerdings in den Sternen. Sicher ist dagegen: Der Finne Mikko Hirvonen feierte auf dem vorletzten Teilstück im Mini seinen ersten Tagessieg, gleichzeitig ist es der insgesamt dritte für das X-raid-Team bei der diesjährigen Veranstaltung.

Dakar-Neuling Mikko Hirvonen setzte sich auf dem 480 Kilometer langen Tagesabschnitt mit der Winzigkeit von nur neun Sekunden gegen seinen Teamkollegen Nasser Al-Attiyah durch, der damit einen Doppelsieg für das X-raid-Team perfekt machte. Rang drei belegte der Südafrikaner Leeroy Poulter im Toyota Hilux vor seinem Markenkollegen und Landsmann Giniel de Villiers mit seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz. Stephane Peterhansel kam mit einem Rückstand von 11:05 Minuten auf die Spitze ins Ziel und führt die Automobil-Wertung jetzt mit einem immer noch beruhigenden Vorsprung von 40:59 Minuten vor Nasser Al-Attiyah an.

Zu den großen Pechvögeln des Tages gehörten Jürgen Schröder und sein Sohn Daniel vom deutschen PS Laser-Team aus Thedinghausen. Etwa zur Hälfte der Etappe überschlug sich der Nissan Navara V8 des Vater-Sohn-Teams. Glücklicherweise konnten beide dem Wagen unverletzt entsteigen. Der Überrollkäfig des Nissan ist allerdings so stark beschädigt, das vermutlich nicht an eine Weiterfahrt zu denken ist. Bis dahin hatten sich die Schröders achtbar geschlagen. Das deutsche Duo war auf einem guten 33. Gesamtrang in den vorletzten Tag gestartet.

Giniel de Villiers und Co-Pilot Dirk von Zitzewitz sind weiter Gesamtdritte, haben bei einem Rückstand von 1:07:16 Stunden aber keine echten Siegenchancen mehr. Gleiches gilt wohl auch für Mikko Hirvonen, der auf Position vier immerhin 1:11:42 Stunden hinter Stephane Peterhansel zurückliegt. Sein erklärtes Ziel ist daher Platz drei und damit der Sprungs aufs Podest, das wäre in der Tat eine prima Leistung für den Dakar-Neuling. "Ich glaube nicht, dass ich aus eigener Kraft an Giniel de Villiers vorbeiziehen kann, aber es kann noch alles passieren", sagt Mikko Hirvonen, den viereinhalb Minuten vom drittplatzierten Toyota-Piloten trennen.

Ganz anders sieht die Taktik für Spitzenreiter Stephane Peterhansel aus: Der Franzose muss am Schlusstag nur noch fehlerfrei und ohne Defekt ins Ziel kommen, um seine Führung zu behaupten. "Wir haben zwei Jahre hart mit Peugeot für diesen Sieg gearbeitet. Jetzt haben wir einen großen Vorsprung, den wir nicht verspielen dürfen", sagt der Dakar-Rekordsieger. Nach sechs Erfolgen mit dem Motorrad, wäre es jetzt auch sein sechster Triumph bei den Automobilen. Allerdings könnte Stephane Peterhansel den Sieg noch nicht sofort feiern. Denn das deutsche X-raid-Team hat Protest gegen die Wertung eingelegt, da Stephane Peterhansel auf der 9. Etappe illegal nachgetankt haben soll. Doch über den Einspruch entscheidet das Berufungsgericht erst nach der Dakar, und solange bleibt das Ergebnis provisorisch.

Aber vielleicht kommt alles ganz anders und Nasser Al-Attiyah wiederholt doch noch seinen Vorjahressieg - dann könnte das deutsche X-raid-Team sofort jubeln: Protest hin oder her. Das wäre im Sinne des Motorsports ganz sicher das beste Szenario. Und die Hoffnung hat Nasser Al-Attiyah noch nicht aufgegeben. "Wir sind ohne zu großes Risiko gefahren. Aber wir wollten auch Zeit auf Stephane gutmachen, um dran zu bleiben", sagte der Katari nach der vorletzten Etappe. Egal wie: Es bleibt spannend bis zum Schluss.

Ralf Loweg

Dieser Artikel aus der Kategorie MOTORSPORT wurde von Ralf Loweg am 16.01.2016, 10:39 Uhr veröffentlicht.