Ralf Loweg - 14. Januar 2016, 11:35 Uhr MOTORSPORT
Rallye Dakar: Mini-Chance für X-raid
Peugeot gegen Mini, Rekordgewinner gegen Vorjahressieger: Die berühmt-berüchtigte Rallye Dakar ist auf der Zielgeraden ein Fall für zwei. Die besten Karten auf den Gesamtsieg in der Automobil-Wertung hat Stephane Peterhansel.
Peugeot gegen Mini, Rekordgewinner gegen Vorjahressieger: Die berühmt-berüchtigte Rallye Dakar ist auf der Zielgeraden ein Fall für zwei. Die besten Karten auf den Gesamtsieg in der Automobil-Wertung hat Stephane Peterhansel. Nach der chaotischen 10. Etappe hat der Peugeot-Werkspilot im Wüsten-Buggy 2008 DKR jetzt eine Stunde Vorsprung auf seine schärfsten Verfolger herausgefahren. Das ist bei nur noch drei verbleibenden Tagen bereits ein beachtliches Polster. Stephane Peterhansel löste seinen Teamkollegen Carlos Sainz an der Spitze ab, da der Spanier wegen Getriebeproblemen aufgeben musste.
Der einzige Fahrer der Stephane Peterhansel jetzt noch den zwölften Gesamterfolg streitig machen kann, ist Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah vom deutschen X-raid-Team. Allerdings ist eine Stunde Rückstand auch für den Katari eine ganz harte Nuss. Da müsste Nasser Al-Attiyah in seinem Mini ALL4 ein fahrerisches Feuerwerk abbrennen und gleichzeitig darauf hoffen, dass sein Rivale Probleme bekommt. Oder: Stephane Peterhansel wird der Sieg aberkannt. Gegen den Franzosen läuft noch ein Protest, weil er seinen Peugeot angeblich illegal nachgetankt haben soll. In diesem Fall gibt es aber erst nach der "Dakar" ein endgültiges Urteil vor dem Berufungsgericht - und solange wäre das Ergebnis dann provisorisch.
"Wir hatten einen ganz schlechten Start, denn nach 32 Kilometern haben wir uns verfahren und danach eine Viertelstunde lang den Weg gesucht", berichtete Peterhansel im Ziel. Für einen kurzen Augenblick hatte er schon die Hoffnung aufgegeben: "Ich dachte: Jetzt ist alles vorbei. Doch dann haben wir angegriffen, denn heute war die entscheidende Etappe." Und nun winkt ihm nach sechs Siegen bei den Motorrädern auch der sechste Erfolg auf vier Rädern.
Rivale Nasser Al-Attiyah blieb auf der 10. Etappe ebenfalls nicht von Problemen verschont. "Knapp fünf Kilometer nach dem Start haben wir uns überschlagen und dadurch viel Zeit verloren", schilderte der X-Raid-Pilot. Später habe er sich dann noch kurz verfahren, und einmal sogar festgefahren und dadurch noch mal etwa 20 Minuten an Zeit eingebüßt. So musste er sich auf dem Tagesabschnitt mit Rang 14 begnügen. Doch für den Endspurt gibt sich der Katari kämpferisch und will seine Mini-Chance wahren: "Es war wichtig, dass wir es ins Ziel geschafft haben, es liegen noch ein paar Tage vor uns."
Dritte im Gesamtklassement sind jetzt der Südafrikaner Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz im Toyota Hilux mit einem Rückstand von 1:12:31 Stunden. Der Finne Mikko Hirvonen belegt bei seinem Dakar-Debüt im Mini des X-raid-Team einen guten vierten Platz mit einem Abstand von 1:23:51 Stunden zur Spitze. Auch er kam kurz vom Weg ab und blieb einmal mit seinem Mini stecken. "Heute habe ich zum ersten Mal wirklich mitbekommen, wie schwierig die Navigation sein kann", sagte Mikko Hirvonen.
Jürgen Schröder und sein Sohn Daniel vom deutschen PS Laser-Team aus Thedinghausen hatten dagegen keine allzu großen Probleme mit dem Auto und der Navigation. Nur einmal steckte das Vater-Sohn-Team fest und büßte bei einer Dünenabfahrt den rechten Kotflügel ein. "Ein richtig toller Tag. Die Navigation hat super geklappt. So sollte eine Dakar sein: Sand und Dünen", sagte Jürgen Schröder.
Ralf Loweg
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