MOTOR-EXCLUSIVE

Ralf Loweg - 12. Januar 2016, 11:45 Uhr MOTORSPORT

Rallye Dakar: Mini macht mobil

Das deutsche X-raid-Team hat sich bei der Rallye Dakar zurückgemeldet. Nasser Al-Attiyah feierte beim härtesten Abenteuer im Motorsport seinen ersten Etappensieg und darf jetzt sogar von einer Wiederholung seines Vorjahreserfolgs träumen.


Das deutsche X-raid-Team hat sich bei der Rallye Dakar zurückgemeldet. Nasser Al-Attiyah feierte beim härtesten Abenteuer im Motorsport seinen ersten Etappensieg und darf jetzt sogar von einer Wiederholung seines Vorjahreserfolgs träumen. Der Katari setzte sich auf dem achten Tagesabschnitt in seinem Mini ALL4 Racing mit dem hauchdünnen Vorsprung von 12,0 Sekunden gegen den Peugeot-Werksfahrer Carlos Sainz aus Spanien im Wüsten-Buggy 2008 DKR durch. Dritter wurde Dakar-Rekordsieger Stephane Peterhansel in einem weiteren Peugeot, der damit neuer Spitzenreiter ist.

Nasser Al-Attiyah drückte der Etappe fast über die gesamten 393 Kilometer seinen Stempel auf. Kurz vor Schluss wurde es noch einmal spannend, als er nach dem letzten Wegpunkt vor dem Ziel hinter Sainz lag. Doch auf den letzten Kilometern war der Mini ALL4 Racing wieder schneller und gewann. "Es ist ein tolles Gefühl, zu gewinnen und Druck auf die Konkurrenten aufzubauen", sagte der Tagessieger. Jetzt will er seine Aufholjagd natürlich fortsetzen. "Wir konnten von Beginn an pushen und Zeit rausholen. Der letzte Teil war nicht einfach - eine echte Buggy-Strecke - aber wir konnten trotzdem gewinnen."

Die achte Etappe könnte der Wendepunkt für das X-raid-Team gewesen sein. Im Kampf um den Gesamtsieg der Automobil-Wertung muss man Nasser Al-Attiyah nach der glanzvollen Vorstellung ab sofort wieder auf der Rechnung haben. Der Katari verbesserte sich auf den dritten Platz und verkürzte seinen Rückstand auf den führenden Stephane Peterhansel auf 14:43 Minuten. "Nun lautet unser Ziel, sie in den nächsten Tagen noch stärker unter Druck zu setzen und die Dakar zu gewinnen", sagt der Vorjahressieger. Gesamt-Zweiter ist Carlos Sainz, der nur 2:09 Minuten hinter seinem Peugeot-Teamkollegen Stephane Peterhansel zurückliegt.

Wie schnell bei der Rallye Dakar die Siegträume platzen können, musste Sebastien Loeb auf dem achten Teilstück schmerzhaft erfahren. Der neunmalige Rallye-Weltmeister, der die "Dakar" bis zu diesem Zeitpunkt dominiert hatte, überschlug sich kurz vor dem Ende der Etappe mit seinem Peugeot 2008 DKR mehrfach, nachdem er bei hohem Tempo in ein größeres Schlagloch gerast war. Der Franzose erreichte zwar das Ziel, doch mit einem Rückstand von 1:05:16 Stunden hat er bei seiner Dakar-Premiere keine realistische Siegchance mehr.

Doch wie konnte es zu diesem Unfall kommen? Stephane Peterhansel wurde Augenzeuge und schildert den "Abflug" seines Landsmannes: "Da war ein riesiges Loch an einem Fluss, und er ist mit etwa 120 km/h volles Rohr reingeknallt und hat sich überschlagen. Ich weiß nicht wie viele Male." Sebastien Loeb hatte dennoch Glück im Unglück und überstand den Unfall ohne größere Blessuren. "Er ist okay. Er war aus dem Auto raus und hat uns gesagt, dass wir weiterfahren sollen", erklärte Stephane Peterhansel.

Neuer Vierter im Gesamt-Klassement ist nun Mikko Hirvonen, der im Mini des X-raid-Teams bei seiner ersten Dakar-Teilnahme weiterhin sehr konstant unterwegs ist. "Ich muss immer noch viel lernen, aber wir sind wieder ohne größere Probleme durchgekommen", sagt der Finne, der 36:42 Minuten hinter Spitzenreiter Stephane Peterhansel zurückliegt.

Jürgen Schröder und sein Sohn Daniel von dem deutschen PS Laser-Team aus Thedinghausen bewältigten die Etappe ohne große Probleme und setzten damit ihre Aufholjagd fort. In der Gesamtwertung verbesserte sich das Vater-Sohn-Team auf den 38. Platz. Die neunte Etappe ist ein Rundkurs um Belen in Argentinien mit einer 285 Kilometer langen Sonderprüfung.

Dieser Artikel aus der Kategorie MOTORSPORT wurde von Ralf Loweg am 12.01.2016, 11:45 Uhr veröffentlicht.