Rudolf Huber - 14. Dezember 2015, 11:58 Uhr NEWS
Jeep: Das Baby und das Biest
Seit sich Jeep mit Fiat zusammengetan hat, geht es bei den Offroad-Spezialisten munter aufwärts. Deutliche Zuwächse am laufenden Band, vergangenes Jahr erstmals über eine Million Fahrzeuge verkauft, der nächste Rekord in diesem Jahr in Reichweite: Es läuft rund. Nächstes Jahr feiert Jeep 75. Geburtstag - und ist fitter und erfolgreicher denn je. Dabei hilft die aktuelle Produktpalette, die vom Baby bis zum Biest ein breites Spektrum abdeckt.
Mit dem Baby ist natürlich der Renegade gemeint, das erste Jeep-SUV, das auch in Europa gebaut wird und das für ordentliche Zuwachsraten im Bereich der derzeit besonders angesagten Kompakt-Crossover sorgt. Der Renegade trifft einfach den Nerv, er überzeugt mit seinem knuffigen Charme und inneren Werten. Von Januar bis November wurden im EMEA-Raum (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) bereits 47.641 der Erfolgstypen zugelassen. Zu haben ist er mit Benzin- und Dieselmotoren mit einem Leistungsspektrum von 81 kW/110 PS bis 125 kW/170 PS, mit Fünf- oder Sechsgang-Handschaltung, Sechsgang-Doppelkupplungs-Getriebe oder Neungang-Automatik und mit Front- oder Allradantrieb zu Preisen ab 19.900 Euro. Schon beim kleinsten Jeep bietet die Version Trailhawk exzellente Allrad-Fähigkeiten, unter anderem dank der Geländeuntersetzung.
Das dem Ur-Jeep Willys MB von 1941 am nächsten stehende Modell, der Wrangler, ein Geländegänger von echtem Schrot und Korn, ist angesichts des Erfolges des Kleinen fast ein wenig ins Hintertreffen geraten. Völlig zu Unrecht, wie Testfahrten mit dem hochbeinigen Allradler zeigten: Ob komfortabel-dynamische Passagen auf nicht allzu guten Landstraßen oder Ausflüge ins richtig schwere Gelände: Der Wrangler kann beides und positioniert sich als Allzweck-Gefährt mit hohem Spaßfaktor. Vor allem in der Version mit vier Türen und Cabrio-Verdeck, einer nach wie vor einzigartigen Kombination. Der Konkurrenz durch das künftige, nur zweitürige Range Rover Evoque Cabrio sehen die Italo-Amerikaner jedenfalls sehr entspannt entgegen. Angeboten wird der Wrangler als "2.8-CRD"-Diesel mit 147 kW/200 PS mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder mit dem 3.6 Liter großen V6-Benziner mit 209 kW/284 PS, der an ein Fünfgang-Automatikgetriebe gekoppelt ist. Die Preisliste reicht von 34.000 Euro für den zweitürigen Benziner bis zu je 42.900 Euro für die viertürigen "Rubicon"-Versionen von Diesel und Benziner.
Auch beim Absatz von Cherokee und Grand Cherokee läuft es gut, auch diese beiden typischen Jeep-Vertreter schaffen je nach gewünschtem Einsatzzweck und Vorlieben ihrer Käufer den Spagat zwischen jeweils sehr beachtlichen On- und Offroad-Fähigkeiten mit Bravur. In der Grand Cherokee-Familie ist auch das eingangs erwähnte Biest anzutreffen: Der SRT, der dank seines 6,4 Liter großen V8-Motors mit 344 kW/468 PS und mit 624 Newtonmetern maximalem Drehmoment trotz eines stattlichen Gewichts von knapp 2,5 Tonnen in nur 5,0 Sekunden auf 100 sprintet und bei Bedarf 257 km/h schnell ist. Auch der SRT könnte im Gelände einiges bieten - doch ambitioniertere Offroad-Ausflüge verbieten sich für einigermaßen Vernunft-begabte Menschen schon allein wegen des Verkaufspreises ab 83.900 Euro.
Bei Jeep erklärt man sich den wachsenden Erfolg der Produkte neben dem unverwechselbaren Seven-Slot-Kühlergrill auch mit der klaren Differenzierung der Fahrzeuge und Baureihen und der Ausrichtung auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden. Wer einfach nur einen sehr vielseitigen und praktischen Untersatz für seine Transport- und Freizeitbedürfnisse sucht, gehört laut der US-Marke in die Fraktion der "Freedom Lovers", also derjenigen, die einfach die automobile Freiheit und Vielseitigkeit auch mal abseits ausgetretener Pfade zu schätzen wissen. Für die stehen die "normalen" Allrad-Angebote namens "Active Drive" und "Quadra Track" parat. Wenn es doch sehr engagiert im Gelände zur Sache gehen soll, stehen den im Marketing-Sprech "Adventure Seekers" genannten Interessenten, also den Abenteuer-Suchern, je nach Modell-Version so effiziente Hilfsmittel wie "Active Drive Low and Lock" oder "Quadra Drive" zur Verfügung, die bis hin zu Sperren für alle Achsen, Untersetzungen und sonstigen Feinheiten für steinigen, matschigen, nassen und eisigen Untergrund reichen und auch da ein Fortkommen sicherstellen, wo für Softroader schon längst Schluss ist.
Rudolf Huber
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