MOTOR-EXCLUSIVE

Ralf Loweg - 19. November 2015, 10:16 Uhr MOTORSPORT

Skoda 130 RS: Der "Porsche des Ostens" wird 40 Jahre alt

Der Rennsport hat in der 114-jährigen Geschichte von Autobauer Skoda seit jeher eine große Tradition. Da ist es verständlich, dass die Tschechen jetzt den Geburtstag eines erfolgreichen Rennwagens ganz besonders feiern: Der Skoda 130 RS wird 40 Jahre alt.


Der Rennsport hat in der 114-jährigen Geschichte von Autobauer Skoda seit jeher eine große Tradition. Da ist es verständlich, dass die Tschechen jetzt den Geburtstag eines erfolgreichen Rennwagens ganz besonders feiern: Der Skoda 130 RS wird 40 Jahre alt. Die größten Erfolge mit diesem Fahrzeug waren sicher der Gesamtsieg in der Tourenwagen-Europameisterschaft 1981 sowie der Doppel-Triumph bei der legendären Rallye Monte Carlo 1977 in der Kategorie bis 1.300 ccm Hubraum. Viele Motorsport-Fans kennen den 130 RS auch noch unter einem anderen Namen: "Porsche des Ostens". Und was damals niemand ahnte, ist heute Wirklichkeit: Beide Marken sind im VW-Konzern vereint. Im Motorsport fahren sie allerdings weiterhin komplett unterschiedliche Programme.

"Der 130 RS prägt den guten Motorsport-Ruf unserer Marke bis heute", sagt Michal Velebny vom Skoda-Museum. Dieses Rennauto in der damals kommunistischen Tschechoslowakei auf die Räder zu stellen, sei nicht einfach gewesen. Es zeige die technische Kompetenz und das Engagement der damaligen Skoda-Entwickler und -Techniker. Und Motorsport-Direktor Michal Hrabanek ergänzt: "Wir sind stolz auf unsere Motorsport-Tradition." Das treibe die Marke auch bei den aktuellen Rennsport-Aktivitäten an.

Wie entstand eigentlich der 130 RS? Da die in den 1970ern verwendeten Prototypen des 200 RS wegen neuen Vorschriften nicht mehr homologierbar waren, konstruierte Skoda den Rennwagen 130 RS. Dieses Fahrzeug war bei seiner Renn-Premiere 1975 mit seinen 720 Kilogramm als echtes Leichtgewicht. Ausgewählte Karosserieteile bestanden aus Aluminium, so das Dach, die Fronthaube und die Außenhaut der Türen. Die Kotflügel und die Motorhaube wurden aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) gefertigt. Vorne nutzten die Ingenieure die Vorderachse des 200 RS, die Hinterachse wurde neu ausgelegt. Das aus dem Serienmodell 110 R stammende Fahrzeug-Skelett erhielt einen robusten Schutzrahmen.

Angetrieben wurde der Rennwagen von einem 1,3-Liter-Vierzylinder. Der 140-PS-Motor beschleunigte das Auto auf bis auf 220 km/h. Die rennsportliche Auslegung des Motors erfolgte unter anderem durch zwei Doppelvergaser, einen Achtkanal-Zylinderkopf und die Trockensumpfschmierung. Zylinder- und Kurbelgehäuse bestanden aus Aluminium, der Zylinderkopf aus Grauguss. Zur Kraftübertragung kam ein Vierganggetriebe zum Einsatz. 1983 endete die Ära des 130 RS. Die Homologation des Automobil-Weltverbandes (FIA) lief endgültig aus. Der Autohersteller setzte seine motorsportlichen Aktivitäten fortan mit dem 130 LR fort. An die Erfolge des 130 RS konnte dieses Fahrzeug allerdings nicht mehr anknüpfen.

Dieser Artikel aus der Kategorie MOTORSPORT wurde von Ralf Loweg am 19.11.2015, 10:16 Uhr veröffentlicht.