Ralf Loweg - 5. November 2015, 12:09 Uhr SPECIALS
Ein „Silberpfeil“ aus dem 3D-Drucker
Jetzt hat auch Audi seinen ''Silberpfeil'': Mit einem 3D-Drucker hat der Werkzeugbau der Ingolstädter jetzt ein Modell des historischen Grand-Prix-Sportwagens ''Auto Union Typ C'' aus dem Jahr 1936 hergestellt.
"In den Werkzeug-Bauten treiben wir neue Fertigungs-Technologien voran", sagt Hubert Waltl, Audi Vorstand für Produktion und Leiter der Werkzeug-Bauten im Volkswagen-Konzern. Gemeinsam mit den Partnern aus der Forschung lote man die Grenzen neuer Verfahren aus: "Eines unserer Ziele ist der Einsatz von Metalldruckern in der Serienproduktion."
Den Metalldruck nutzte der Werkzeugbau zur Herstellung sämtlicher metallischer Bauteile des Silberpfeil Modells im Maßstab 1:2. Dafür schmolz ein Laser schichtweise metallisches Pulver mit einer Korngröße von 15 bis 40 Tausendstel Millimeter. Das entspricht der Hälfte eines menschlichen Haares. Das Verfahren ermöglicht so die Herstellung von Bauteilen mit komplexen Geometrien, die mit herkömmlichen Methoden nicht oder nur sehr aufwändig hergestellt werden können, erklären die Spezialisten.
Derzeit stellt der Audi Werkzeugbau beispielsweise Bauteile aus Aluminium und Stahl mit Hilfe des 3D-Drucks her. Möglich ist die Konstruktion aller Formen und Objekte bis zu einer Größe von 240 Millimetern Kantenlänge und bis 200 Millimetern Höhe. Diese gedruckten Komponenten erzielen eine höhere Dichte als Bauteile, die durch Druckguss oder Warmumformung hergestellt werden.
Und wer weiß: Falls Audi oder VW irgendwann doch einmal in die Formel 1 einsteigen, dann könnte der Werkzeugbau ja einfach einen Rennwagen aus dem 3D-Drucker "zaubern". Das sollte aber kein "Silberpfeil" sein, denn der ist bereits mit großem Erfolg beim Auto-Rivalen Mercedes-Benz unterwegs.
Dieser Artikel aus der Kategorie SPECIALS wurde von Ralf Loweg am 05.11.2015, 12:09 Uhr veröffentlicht.
