Michael Lennartz - 4. November 2015, 11:44 Uhr SERVICE
Spielerisch in den Eco-Modus schalten
In rasantem Tempo weitet sich das Heer der Fahrer-Assistenzsysteme im Auto mehr und mehr aus. Dabei geht es um Sicherheitsaspekte wie etwa beim Notbremsassistenten, um Navigation oder um eine möglichst ablenkungsfreie Bedienung verschiedener Infotainment-Features. Aber auch immer häufiger um sogenannte ''Eco-Coaches'', mit denen man sich einen verbrauchsärmeren Fahrstil aneignen kann.
Als Wegbereiter und Antreiber gilt da vor allem die Elektromobilität, da hier effizientes Fahren gleichbedeutend mit einem Gewinn an Reichweite ist, bekanntermaßen aktuell noch eines der Hauptprobleme des automobilen Stromerns. BMW etwa analysiert im E-Auto i3 sämtliche Fahrdaten genauestens. In der hybriden Mercedes S-Klasse ermahnt ein "haptisches Gaspedal" den Fahrer, es lieber etwas gemächlicher angehen zu lassen und die Segel-Funktion mit abgekoppeltem Verbrennungsmotor zu nutzen. Aber auch bei konventionell angetriebenen Benzin- oder Diesel-Fahrzeugen ließen sich mit Eco-Coaches realistische Spriteinsparungen von sechs bis zwölf Prozent erreichen - wenn der Fahrer oder die Fahrerin es denn wirklich will.
Hier sehen die Spezialisten der FEV-Gruppe, ein Entwicklungsdienstleister für Antriebs- und Fahrzeugtechnologien mit Sitz in Aachen, noch Handlungsbedarf. In einer neuen Studie prognostiziert FEV zwar 60-prozentige Wachstumsraten für innovative Assistenzsysteme in diesem Bereich, kritisieren aber zugleich, dass die Autohersteller noch zu wenig um eine bessere Kundenakzeptanz bemüht seien. "Unsere Studie zeigt, dass es allen heutigen Systemen noch an ausgereifteren Funktionen, individuellen Motivationskonzepten und Konnektivität fehlt", sagt Alexander Nase von der FEV Consulting. "Daher bleiben die Einsparungsmöglichkeiten oftmals ungenutzt."
Die Studie empfiehlt den Autobauern, sich von der Spieleindustrie inspirieren zu lassen, die heute schon über jahrzehntelange Erfahrung bezüglich Motivationsmustern und Prognosen von Benutzerverhalten verfügt. Als einfaches Beispiel nennt Patrick Will von FEV den Wettbewerbscharakter. In einer gewerblichen Autoflotte könne man beispielsweise Zuschüsse ausschreiben für jene Angestellten, die Eco-Coaches am erfolgreichsten nutzen. Auch im privaten Bereich könne via Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke interaktiv häufiger in den Eco-Modus umgeschaltet und damit das Fahrverhalten positiv und nachhaltig beeinflusst werden.
Dieser Artikel aus der Kategorie SERVICE wurde von Michael Lennartz am 04.11.2015, 11:44 Uhr veröffentlicht.
