Günter Weigel/SP-X - 30. Oktober 2015, 16:12 Uhr NEWS
Sonst noch was? - Zahlensalat zwischen Wurst und Diesel
Während sich nicht wenige Zeitgenossen mit Zahlen schwertun, wenn es um den Zahlenraum über zehn geht, sind andere echt pfiffig und können auch Prozentrechnen. Sogar richtig hoch. Das Ergebnis ist mitunter trotzdem bedenklich.
Bedrohlich klingt auch die Hochrechnung des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dort will man herausgefunden haben, dass durch die manipulierten Dieselabgase bei VW-Modellen in den USA bislang 60 Menschen zu Tode gekommen sind. Anders als bei Zündschloss-Affäre von GM, wo die Todesopfer Unfallopfer waren und deshalb bekannt sind, kann das MIT allerdings keine konkreten Opfer benennen. Vielmehr hat man die Schadstoffmengen hochgerechnet und dann auf Basis bekannter Untersuchungen möglicher Todesfälle durch ebenso mögliche Atemwegserkrankungen berechnet und daraus bislang jetzt eben 60 Tote abgeleitet. Sollte VW die Autos in 2016 nicht umrüsten, kämen weitere 140 dazu, heißt es. Das ist mathematisch sicherlich alles hochkorrekt und hat den netten Nebeneffekt, doch noch einen Stimmungsmacher wider VW-Diesel gefunden zu haben. Denn bislang hat das Thema die Kunden in den Staaten wohl nicht wirklich umgehauen. Jetzt wollen die Wissenschaftler auch für Europa eine Hochrechnung angehen und drohen schon von vornherein deutlich höhere Todesopferzahlen an. Deswegen heißt es wahrscheinlich ,,Hochrechnung". Angesichts der Menge an Dieselmotoren hier dürfte wohl mit der baldigen Entvölkerung des alten Kontinents zu rechnen sein.
Wenden wir deshalb kurz den Blick gen Australien. Dort fährt man weniger Diesel, wohl aber über weite Strecken durch eher spärlich besiedelte Gebiete. In denen kann einem schon einmal ein gebeutelter Ur-Einwohner vors Auto springen. Das passiert wohl rund 20.000 Mal im Jahr und verursacht Schäden von rund 75 Millionen australischen Dollar oder 48,5 Millionen europäischen Euro, hat der australische Automobilclub NRMA hochgerechnet. Weil so ein Känguru nicht nur Blechschäden verursacht, wenn man es umfährt, sondern anscheinend die Autos oder vielmehr deren Fahrer dazu bringt, auf fatale Weise aus dem Straßenverkehr auszuscheiden, sind dabei auch immer wieder Todesfälle zu beklagen. Abhilfe soll bald aus Europa, genaugenommen von Volvo.
Die Schweden kennen Wildschäden eigentlich eher von kreuzenden Elchen, sind aber auch geneigt, ihre Technik in den Dienst des Kängurus zu stellen. Entsprechend wollen sie nun eine Känguru-Erkennung entwickeln, die im Notfall auch bremst, um einen Unfall zu vermeiden oder dessen Folgen zu minimieren. Wahrscheinlich musste man nur der ohnehin verwendeten Fußgängererkennung beibringen, dass in Australien die Fußgänger auch springen können. Boxen übrigens auch. Zumindest gibt es etliche Videoaufnahmen, die zeigen, wie fest Kängurus zuschlagen, wenn sie wollen. Vielleicht sind einige der Opfer eines Känguru-Unfalls hinterher nur von dem Beuteltier verdroschen worden und nun froh, dass derlei in Zukunft -Volvo sei Dank - nicht mehr vorkommen wird. Vielleicht ließe sich dazu auch eine Hochrechnung anstellen. Kängurus kann man übrigens auch essen. Es finden sich viele lecker scheinende Rezepte im Netz. Aber das ist sicher auch nicht ohne Risiko. Siehe Oben. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.
Dieser Artikel aus der Kategorie NEWS wurde von Günter Weigel/SP-X am 30.10.2015, 16:12 Uhr veröffentlicht.
