Rudolf Huber (vm) - 21. Oktober 2015, 10:22 Uhr SPECIALS
Mercedes bringt CO2-Klimaanlagen
Mercedes prescht beim umweltverträglichen Kältemittel für Klimaanlagen vor. Ab 2017 werden in den S- und E-Klassemodellen CO2-Kühlaggregate arbeiten. Damit wollen die Schwaben die EU-Anforderungen zum Klimaschutz übertreffen.
Einzige Alternative zum ungeliebten R1234yf ist der Einsatz von CO2. Das bringt aber Vor- und Nachteile: Weil die Kälteleistung sehr schnell verfügbar ist, sorgen CO2-Klimaanlagen selbst bei sehr hohen Temperaturen für Wohlfühlklima. "Kombiniert mit ihrer hohen Umweltverträglichkeit macht sie das zur nachhaltigen Premiumlösung unter den Klimasystemen", heißt es bei Mercedes. Der Pferdefuß: Weil die neuen Anlagen mit mehr als 100 bar, also einem rund zehnfach höheren Druck arbeiten als bisherige Systeme, müssen alle wesentlichen Komponenten plus Leitungen und Dichtungen neu entwickelt werden. Wegen dieses hohen Aufwands ist laut eines Firmensprechers ein flächendeckender Einsatz der CO2-Kühler zum Stichtag 1. Januar 2017 nicht möglich. Um anderen Herstellern die Chance auf eine schnelle Entwicklung und Integration zu geben, sind die Dokumente zur DIN-Spezifikation der neuen Anlagen öffentlich zugänglich.
Das Gefahrenpotenzial der ab Anfang 2017 vorübergehend auf R1234yf umgestellten Kühlaggregate will Mercedes durch "sichere Lösungen" eliminieren, die ebenfalls innerhalb der gesamten Automobilbranche zur Anwendung kommen werden. So sorgt etwa eine speziell entwickelte und mittlerweile patentierte Schutzeinrichtung im Fall eines schweren Frontalaufpralls dafür, dass das entstehende Kältemittel-/Luftgemisch im Motorraum von den heißen Motorteilen separiert wird und diese außerdem sehr stark gekühlt werden. Dazu setzt ein Generator gezielt an den heißesten Stellen Argonschutzgas frei, um eine Entflammung zu verhindern.
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