MOTOR-EXCLUSIVE

Dirk Schwarz/SP-X - 19. Oktober 2015, 15:08 Uhr SPECIALS

Neu auf der Straße (November) - Fahrzeuge für den zweiten Blick

Ein völlig neuer Audi A4? Ein überarbeiteter Jaguar XJ? Wer die frischen Modelle des Monats November auf der Straße identifizieren will, muss schon genau hinschauen. Allerdings gibt es eine Ausnahme. Eine, die im Kompaktsegment den neuen Spaßstab setzt.

Was neue Gesichter auf unseren Straßen angeht, wird der November so, wie man es von diesem Monat auch erwartet: zu grau. Nur wenige Hersteller schicken wirklich neue Modelle auf den Markt, meist werden den Kunden Überarbeitungen oder Varianten mit neuen Motoren angeboten.

Ausgerechnet dem einzig wirklich neuen Modell sieht man die große Premiere zumindest auf den ersten Blick nicht an. Audi schickt den A4 ins Rennen, und zwar erstmals von Beginn an als international gefragtere Limousine sowie in der für den deutschen Markt wichtigeren Kombi-Variante Avant. Dass das Design des Mittelklasse-Modells so zurückhaltend ausfällt fällt umso schwerer ins Gewicht, da schon der Sprung von der vorletzten zur jetzt auslaufenden Generation nicht gerade riesig war. Man muss schon genau hinschauen, wenn man den neuen A4 im Straßenverkehr erkennen will.

Dafür ist im Innenraum alles und unter dem Blech sehr vieles neu. Die Preise starten bei 30.650 Euro für den Viertürer bzw. 32.500 Euro für den Kombi, dann jeweils angetrieben vom 1,4-Liter-Vierzylinder-Basisbenziner mit 110 kW/150 PS. Die günstigsten Diesel mit ebenfalls 150 PS beginnen bei 35.150 bzw. 36.900 Euro. Während die Limousine vor allem mit sehr zurückhaltender Eleganz glänzt, zeigt der Avant auch praktische Tugenden und hat etwa beim Laderaum um 15 auf 505 Liter zugelegt. Das Maximalvolumen von 1.510 Litern geht in Ordnung, traditionell reißt der A4 Avant aber in dieser Disziplin keine Bäume aus.

Genau hinsehen muss auch, wer den überarbeiteten Jaguar XJ erkennen will. Eine Überarbeitung der fünf Jahre alten Luxuslimousine tat not, denn der neue BMW 7er glänzt demnächst mit modernster Technik und Konnektivität. Die ab 81.000 Euro erhältliche Super-Katze erhielt trotzdem nur eine leichte optische Auffrischung. Am deutlichsten wird dies an der Front, wo sich der Kühlergrill vergrößerte und die Straßen nun von zwei LED-Scheinwerfern ausgeleuchtet werden. Dringend notwendig war auch die Überarbeitung des betagten Infotainment-Systems. Jetzt sind die Einbindung des Smartphones inklusive Mobilfunk-Fernsteuerung der Klimaanlage ebenso möglich wie das Aufspannen eines Wifi-Hotspots.

Bei den Motoren hielten sich die Briten dagegen zurück. Die Benziner mit 250 kW/340 PS (V6-Kompressor) und mit 405 kW/550 PS (V8-Kompressor) blieben unangetastet. Dafür legte der Diesel gleich um 25 PS auf jetzt 221 kW/300 PS zu. Angetrieben werden stets die Hinterräder, lediglich beim kleinen Benziner ist auf Wunsch auch Allradtechnik an Bord. 

Was einem Jaguar recht, ist einem Löwen nur billig. Auch Peugeot hat im November Neues zu bieten, und zwar einen zum Modelljahr 2016 ganz leicht überarbeiteten 308 und 308 SW (Kombi), dessen Veränderungen bis auf ein 100 Euro günstigeres Basismodell allerdings kaum einer Erwähnung wert sind. Wichtiger ist da schon eine Motorvariante: Mit dem 308 GTi schicken die Franzosen einen der stärksten Kompakt-Seriensportler ins Rennen. Die Spitzenversion wird von einem 1,6-Liter-Turbobenziner mit 200 kW/270 PS angetrieben und kostet mindestens 34.950 Euro. Damit ist der Fünftürer deutlich stärker, aber auch deutlich teurer als etwa ein Golf GTI. Für etwas Feuer und Farbe in diesem auch automobil eher tristen Monat, wird der Spaßmacher der Löwen-Marke aber auf jeden Fall sorgen.

Dieser Artikel aus der Kategorie SPECIALS wurde von Dirk Schwarz/SP-X am 19.10.2015, 15:08 Uhr veröffentlicht.