Michael Specht/SP-X - 30. September 2015, 09:33 Uhr SPECIALS
Markenausblick Porsche - Kernkompetenz hochhalten
Nicht verzetteln, keine zu große Baureihenvielfalt. Porsche will nachhaltig wachsen, trimmt gleichzeitig seine Flotte auf Effizienz. Den Anfang machen die Turboaggregate im Carrera.
Grund ist der auch für Porsche immer wichtiger werdende CO2-Flottenausstoß. Zum Einsatz kommen jetzt durch die Bank auf drei Liter Hubraum reduzierte Turbo-Aggregate. Egal, ob es sich dabei um die Basisversion, um S oder GTS handelt. Der intern B6 genannte Boxer-Turbo erhält mehr Leistung (+ 20 PS) und Drehmoment (+ 60 Newtonmeter), ist aber zwölf Prozent sparsamer. Porsche verspricht 7,4 l/100 km.
Glaubt man Gerüchten aus Zuffenhausen, will Porsche eine limitierte Sonderserie des 911-Saugers auflegen, die sogenannte Gentlemen's Edition. Auflage: 400 Stück. Sie dürfte schnell zum Spekulationsobjekt werden. Seinen nächsten GT2 will Porsche sogar als Hybrid-Allrad an den Start schicken. Die Technik leitet sich aus dem Le-Mans-Fahrzeug 919 Hybrid und dem 918 Spyder ab. Basis im GT2 könnte der neu entwickelte Turbo-Vierzylinder-Boxer sein. Dass dieser B4 auch in normalen Elfern Verwendung finden soll, wird in der Konzernzentrale derzeit klar mit einem Nein beantwortet. Vorstandschef Matthias Müller favorisiere eine gesunde Abstufung zwischen Carrera und Boxster/Cayman, heißt es aus dem Unternehmen. Schon nächstes Jahr soll in den beiden Einstiegsmodellen von Boxster und Cayman der kleine Boxer arbeiten. Der Hubraum beträgt 2,5 Liter, die Leistung dürfte an 300 PS heranreichen.
Die wichtigste Porsche-Neuheit 2016 wird die zweite Generation des Panamera (G2) sein. Sie basiert erneut auf dem modularen Standardbaukasten (MSB). Ihn nutzt auch Bentley für den nächsten Continental. Die Karosseriestruktur des Panamera entsteht in Mischbauweise aus Stahl, Aluminium und Magnesium. Ziel der Entwickler ist eine Gewichtsreduzierung beim Gesamtfahrzeug von rund 150 Kilogramm. Unter Haube stecken bekannte Aggregate. Als gesetzt gilt zudem eine Kombi-Variante des Panamera, wie sie Porsche 2012 in Paris als Studie unter dem Namen Sport Turismo vorstellte. Das Serienmodell erscheint 2017.
Nur ein mildes Lächeln übrig hat man im Entwicklungszentrum Weissach für eine Baureihe unterhalb des Panamera, oft als ,,Pajun" zitiert. ,,Ich müsste mich daran erinnern, wenn ich an solch einem Fahrzeug arbeiten würde", so Designchef Mauer. Ebenso verworfen werden dürfte die Idee eines kompakten SUV unterhalb des Macan. Porsche wäre gezwungen, hier auf die MQB-Architektur im VW-Konzern zurückzugreifen und daraus ein noch sportlicheres Modell als den Audi SQ3 auf die Räder stellen. Realistischer sieht es mit einem ,,Tesla-Gegner" aus. Geplant ist wohl eine kompakte Limousine mit rund 500 Kilometern elektrischer Reichweite. Debüt: nicht vor 2018. Wie schick so etwas aussehen kann, auch dies zeigte Porsche kürzlich auf der IAA: die Studie Mission E.
2017 steht das Debüt der nächsten Cayenne-Baureihe, intern E3 genannt, auf dem Plan. Das SUV nutzt die Architektur MLB evo des Audi Q7, wird wie dieser über 300 Kilo leichter, erhält erstmals eine Luftfederung und wird wie sein Ingolstädter Bruder auch als Plug-in-Hybrid angeboten. Aller Voraussicht nach wird Porsche vom Cayenne eine Coupé-Version ableiten. Schließlich sollen diese Lifestyle-Laster nicht nur aus dem Hause BMW und Mercedes kommen.
Dieser Artikel aus der Kategorie SPECIALS wurde von Michael Specht/SP-X am 30.09.2015, 09:33 Uhr veröffentlicht.
