MOTOR-EXCLUSIVE

der Redaktion - 18. September 2015 SERVICE

Telematik Tarif bei der Kfz-Versicherung

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Sogenannte Telematik Tarife haben seit einiger Zeit bei Autoversicherern Einzug gehalten. Vieles deutet darauf hin, dass diese Tarife dort vor einem Durchbruch stehen. Das Prinzip, nach dem die der Autoversicherer mit ihren Telematik Tarifen verfahren, funktioniert nach der Methode der real zurückgelegten Fahrstrecke sowie der Fahrweise des jeweiligen Autofahrers - getreu dem Motto: so wie Sie fahren, soviel zahlen Sie. Dazu ist natürlich eine "Überwachung" notwendig, um die notwendigen Daten zu erfassen. Die Autofahrer können ihren Fahrstil dazu auf freiwilliger Basis von ihrer Versicherungsgesellschaft aufzeichnen lassen.

Moderne Technologie für die Prämienberechnung

Telematik Tarife, bei denen das Fahrverhalten des Fahrers mittels Überwachungs-Boxen erfasst und in die Berechnung der Prämie einbezogen wird, sind in Deutschland nun bei einigen Versicherern erhältlich. In anderen Ländern gibt es solche Tarife schon mit der Bezeichnung "Pay-as-you-drive" (zahle so, wie Du fährst). Mit der Telematik werden technische Daten wie zum Beispiel der Bremsweg des Fahrzeugs, die Geschwindigkeit oder Beschleunigungswerte erfasst, und vom Versicherer nach der Übermittlung ausgewertet. Gerade Fahranfänger stehen bei den Versicherungsunternehmen mit Telematik Tarifen im Fokus. Sie stellen für den Versicherer - im Gegensatz zu langjährigen Fahrern - ein höheres Risiko da. Ein Argument für einen solchen Telematik Tarif formuliert beispielsweise die Allianz Assekuranz; dass damit ein Beitrag zur Verkehrssicherheit geleistet wird, gerade für junge Fahrer. Den Markt für Kfz-Versicherungen teilen sich viele Anbieter. Mit einem Telematik Tarif soll hier auch ein Wettbewerbsvorteil an den Kunden weitergegeben werden - weil den so "überwachten" Fahrern günstigere Tarife angeboten werden. Aus der Sicht der Versicherungen sind solche passgenauen Tarife, die ein ganz spezifisches Schadensrisiko abbilden, ideal für ihre Kunden. Schließlich, so das Argument, könne anhand der ermittelten Fahrweise ein entsprechend beitragsreduzierter Tarif an den Versicherungsnehmer weitergegeben werden - sofern diese einen moderaten Fahrstil haben. Viele Autofahrern sind anscheinend von der "Telematik-Idee" der Auto-Versicherer angetan. So ergab eine Umfrage der Kreditbank Credit-Plus, dass etwa 43,0 % der deutschen Fahrzeughalter bereit wären, solch eine Überwachungs-Box in ihr Auto zu installieren - sofern denn deutlich geringere Versicherungsprämien dabei als "Belohnung" herausspringen.

Belohnung für einen umsichtigen Fahrstil

So hat beispielsweise die Sparkassen Direkt-Versicherung nun als eine der ersten Autoversicherer Telematik-Boxen in Fahrzeuge der Kunden einbauen lassen. Trotz des relativ großen Aufwands mit Werkstatt-Terminen waren 1.000 Boxen bald vergriffen. Den Versicherungsnehmern werden damit Ersparnisse in Höhe von rund fünf Prozent auf die Jahresbeitragsrechnung in Aussicht gestellt. Voraussetzung: das Erreichen eines guten Jahres-Punktewertes, der in Form von Scoring-Punkten aus den Fahrzeugdaten errechnet wird. Einige Autoversicherung Vergleichsportale berücksichtigen inzwischen auch Telematik Tarife. Dort kann man entsprechende Leistungen miteinander vergleichen. Ein wichtiger Punkt ist natürlich der Datenschutz. Der Kunde sollte seinen finanziellen Vorteile gegenüber einem langfristigen Datenabgleich abwägen. Und - setzen sich Telematik-Tarife auf Dauer durch, könnten die anderen, klassischen Tarife, durchaus preislich angehoben werden. Auto-Versicherer könnten beispielsweise vermuten, dass überwachungsresistente Fahrer, die sich keine Telematik-Box einbauen lassen, riskanter fahren!

Dieser Artikel aus der Kategorie SERVICE wurde von der Redaktion am 18.09.2015 veröffentlicht.