Lars Döhmann (vm) - 15. September 2015, 12:00 Uhr SPECIALS
Gut vernetzt für die automobile Zukunft
Automatisch oder autonom fahren, das ist nicht die Frage. Continental kann schon heute beide Techniken liefern. Aber welche Besonderheiten gibt es zu beachten?
Die Ingenieure müssen den Weg vom assistierten zum automatisierten Fahren finden. Sie müssen für eine Steigerung der Effizienz konventioneller Antriebe sorgen und parallel dazu die Weiterentwicklung der E-Mobilität vorantreiben. Dank der technischen Möglichkeiten scheinen "Null" Unfälle keine Utopie mehr. Ein Element liefert Continental: Rückfahrkameras werden die Rückspiegel ersetzen und machen die Sache besser, denn sie erfassen jeden toten Winkel.
Auch eine Umfeld-Erkennung wird mit Kameratechnik möglich gemacht, sodass es einen "Chauffeursknopf" zum automatisierten Fahren geben wird. Das eröffnet Freiräume für den Fahrer, ist sich Dr. Degenhart sicher. Assistenzsysteme schützen davon unabhängig die Insassen. Die Akzeptanz steht und fällt nach Einschätzung des Konzernlenkers mit dem Vertrauen der Autofahrer in die Technik und der Vertrautheit mit den Systemen.
Ein Intelligenter Dialog zwischen Mensch und Maschine ist bei Continental heute schon zu sehen, etwa beim Cockpit der Zukunft. "Jetzt ist es Zeit, die juristischen Weichen für automatisiertes Fahren auf Autobahnen zu stellen", so Degenhart. Der Automobilzulieferer entwickelt entsprechende Lösungen für alle relevanten Märkte.
Das vollautomatisierte Fahren auf Autobahnen wird ab 2025 möglich sein, so die Prognose im Konzern. Dabei gibt es nach Experten-Einschätzung sechs Herausforderungen: Sensortechnologien, Schwarmvernetzung, Mensch-Maschine-Dialog, Archtitekturen bereitstellen, Systeme robust und ausfallsicher machen sowie Akzeptanz bei Endverbrauchern gewinnen. Diese Problemfelder will Continental zielstrebig angehen.
"Die Vernetzung des Automobils wird kommen, das Auto wird Teil des Internets. Wir statten das Auto mit menschlichen Fähigkeiten aus: sehen, riechen, schmecken, hören", meint Degenhart, dessen Einschätzung auch mit der von VW-Boss Martin Winterkorn übereinstimmt. Eine Menge an Informationen wird ins Auto kommen: Vom Straßenzustand bis zum Verkehrsschild wird alles erfasst. Auch die maßgebliche Schnittstelle für alle Fahrzeuge sollte das Unternehmen beherrschen: Reifen und Fahrbahn. Mit dem neuen SportContact 6 ist konventionelle Technik nach bestmöglicher Art gerade eingeführt worden.
Als Ergänzung wird Sensorik die Reifen dennoch zu einem noch wichtigeren Bestandteil der Zukunft machen. "Die Sensoren werden Daten sammeln und den Systemen zur Verfügung stellen, Daten, die auch anderen Fahrzeugen bereitgestellt werden können. Mehr als 300 Meter vor dem Fahrzeug können wir erkennen, was dort auf der Straße passiert", schildert Degenhart seine Vision. "Gegebenenfalls können die Systeme auch um die Ecke schauen. Frühzeitige Warnungen an Fahrer sind möglich, Verbesserungen des Verkehrsflusses, Routen-Anpassungen ebenso." Auch für die Reifen gilt, dass das neue Rad der Industrie die Software darstellt. Mehr als 12.000 Software-Spezialisten arbeiten inzwischen in dem Autozulieferer-Konzern.
Eine Steigerung der Effizienz und die Vorbereitung auf zunehmende E-Mobilität wird übergreifend im Konzern bearbeitet. Gewichtsreduzierung durch Schlauchleitungen aus Kunststoff, Turbolader, milder Hybrid mit 48 Volt-Bordnetz und mehr passende Technologien sind im Haus vorhanden und werden für verbesserte Effizienz eingesetzt. Die Unternehmensteile jedenfalls scheinen gut vernetzt für die vernetzte automobile Zukunft.
Lars Döhmann
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