Ralf Loweg (vm) - 8. Juli 2015, 16:57 Uhr SPECIALS
Mit dem Elektro-Flieger über die Alpen
Die Leistungsfähigkeit und Alltagstauglichkeit von Flugzeugen mit Batterie-Antrieb haben Forscher des Instituts für Flugzeugbau der Universität Stuttgart jetzt mit einem Flug über die Alpen nachweisen wollen. Es war die erste Alpen-Überquerung mit einem Flieger dieser Art.
Auf jeden Fall haben sie für Aufmerksamkeit gesorgt und das Thema Umweltschutz auf recht spektakuläre Art in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Reise mit dem Elektro-Flieger "e-Genius" begann auf dem Flugplatz Hahnweide bei Stuttgart und führte über eine Strecke von 320 Kilometern nach Norditalien. Die über 3.000 Meter hohen Gipfel in der Zentralschweiz überflog der "e Genius" dabei in einer Höhe von 4.000 Metern. Nach etwa zwei Stunden war der Zielflugplatz erreicht. Dort wurden dann die Akkus wieder aufgeladen und der e-Genius startete zum Rückflug.
Für den Hin- und Rückflug wurden 83 kWh elektrische Energie verbraucht. Die Rechnung der Forscher: "Werden aktuelle deutsche Preise für Ökostrom angesetzt, entstehen gerade einmal Kosten in Höhe von 21 Euro für den Transport von zwei Personen nach Italien und zurück."
Das Elektroflugzeug befindet sich seit Mai 2011 in der Flugerprobung. Was genau wollen die Wissenschaftler mit diesem Projekt erreichen? Ziel ist es, durch neue Antriebs-Technologien Wege für die Reduktion von Energiebedarf, Lärm- und Schadstoffemissionen von künftigen Flugzeug-Generationen zu erforschen. Die Wissenschaftler gehen bereits seit Jahren im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft. Denn die praktische Erforschung der Elektro-Luftfahrt startete 1996 mit dem Erstflug des Solarflugzeug "Icaré 2". Weitere Forschungs-Schwerpunkte des Instituts sind Leichtbau, Fertigungstechnologien und Windenergie.
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