MOTOR-EXCLUSIVE

der Redaktion - 18. Mai 2015 MOTORSPORT

24-Stunden-Rennen: Audi triumphiert am Nürburgring – doch wie geht es weiter?

Am Nürburgring schlägt das Herz des Rennsports.

Am Nürburgring schlägt das Herz des Rennsports. So war es schon immer, allerdings ist die Zukunft ungewiss. Denn die ansonsten ungetrübte Stimmung unter Fans und Fahrern schlägt allmählich um, wie am vergangenen Wochenende deutlicher denn je sichtbar wurde.

Audi vor BMW: wichtiger Prestige-Sieg für die vier Ringe

Während Formel-1-Fans auf digibet.com bereits ihre Wetten für das nächste Rennen in Montreal platzieren, lag der Fokus von Langstrecken-Enthusiasten auf den 24 Stunden am Nürburgring. Das Eifel-Event gilt als größtes Rennen der Welt und zieht jährlich hunderttausende Zuschauer an. Der Sieg des Audi Sport Team WRT nach 156 Runden war ein weiteres Statement des Ingolstädter Autobauers, und dass es der ärgste Marken-Rivale BMW (mit dem Z4 GT3) nur auf den zweiten Platz schaffte, dürfte den Ingolstädtern umso besser schmecken.

Kritik wird immer lauter

Dennoch überzeugte das Rennen nicht alle Kritiker. Schon seit Jahren gibt es Gerüchte, dass die Grüne Hölle womöglich bald ausgedient hat, und die neu eingeführten Tempolimits auf einigen Streckenabschnitten sorgten für weitere Kritik. Doch damit nicht genug: Über eine weitere Entschärfung der Eifel-Strecke wird nachgedacht, als Argument wird die Sicherheit für Fahrer und Fans angeführt, allerdings sind solche Ideen nur schwer mit der puristischen Tradition des Nürburgrings vereinbar. Gleiches gilt für die Preise: Die 24 Stunden sind für Zuschauer immer teurer geworden und das, obwohl das Langstreckenrennen eigentlich als das Volks-Event schlechthin gilt. Campen, Zelten und Grillen entlang der vielen Wälder direkt an der Strecke – die 24 Stunden sind mehr als nur ein Rennen.

Mehrere Baustellen am Nürburgring

Die Zukunft des Rennens ist somit ungewisser denn je und als wäre das nicht genug, kehrt ein weiteres Groß-Event dem Nürburgring nun den Rücken. „Der Ring – Grüne Hölle Rock“ ist so jung wie umstritten, die mögliche Verlegung nach Gelsenkirchen wurde bereits seit Wochen diskutiert. Für Fans und Ticketbesitzer bedeutete das Chaos und Ungewissheit statt einträchtigem Festival-Genuss; ein fader Beigeschmack ist damit jetzt schon im Kaufpreis enthalten. Im schlimmsten Fall rechnen die Veranstalter mit einer Rückgabe-Welle bereits gekaufter Tickets, denn wie schon beim 24-Stunden-Rennen gilt auch beim Rock-Konzert, dass die Location ein ebenso wichtiger Teilnahmegrund ist wie das Programm an sich.

Schon jetzt ist also klar: Das Festival ist ein PR-Desaster, wie es aktuell nur dem Nürburgring gelingen kann. Ob es auch zur Finanzkatastrophe wird, sollte sich in den nächsten Wochen zeigen, denn bis das Event unter dem Namen Rock im Revier vom 29. – 31. Mai startet, haben Fans noch Zeit, sich die Teilnahme zu überlegen.

Dieser Artikel aus der Kategorie MOTORSPORT wurde von der Redaktion am 18.05.2015 veröffentlicht.