MOTOR-EXCLUSIVE

Holger Holzer/SP-X - 29. Dezember 2014, 09:57 Uhr SPECIALS

Auto-Neuheiten 2015, Teil 2 - Das richtige Dutzend

Der Neuheiten-Kalender 2015 quillt nahezu über. Fast 200 neue Modelle, Modellversionen oder Motorvarianten kommen zwischen Januar und Dezember auf den Markt oder feiern zumindest ihre Messepremiere. Ein Überblick mit 12 Modellen, die besonderen Spaß versprechen.

Egal ob für die Buchhalter der Autokonzerne, für das Straßenbild in Deutschland oder für die Geschichte einer Marke - einige Pkw-Neuheiten sind wichtiger als andere.

Sie sind nicht unbedingt die Absatzriesen und auch nicht die Alltagstauglichsten: Doch ohne Sportwagen und Cabrios sähe die Autowelt ein bisschen trauriger aus. Hier kommen zwölf Modelle, über die man 2015 vielleicht mit glänzenden Augen sprechen wird.

Jetzt wird's ernst: Bislang hat Mercedes Porsche auf dessen ureigenem Feld in Ruhe gelassen. Während Zuffenhausen mit dem 911 einen echten Allround-Sportwagen im Programm hatte, gab es nebenan nur den eher gemütlichen SL oder abgehobene Supersportler wie SLR und SLS. Mit dem Mercedes-AMG GT sieht das nun anders aus: Das V8-Coupé (bis zu 375 kW/510 PS) kann bei Abstimmung und Fahrleistungen mit der Porsche-Ikone mithalten und bietet zudem ein ähnlich berauschendes, aber frischeres Design. Der ein oder andere Sportwagen-Fan dürfte da ins Grübeln kommen.

Reduziert aufs Maximum: Reine Fahrmaschinen sind selten geworden bei den großen Herstellern. Fiat-Tochter Alfa Romeo hat mit dem 4C Coupé 2013 genau so eine aufgelegt: Klein, eng, leicht und laut ist der Mittelmotor-Sportler für den Alltag kaum zu gebrauchen, auf kurvigen Landstraßen umso mehr. Ab dem kommenden Frühjahr kann der geneigte Fahrer dabei auch noch den Fahrtwind durchs Haar wehen lassen und dem aggressiven Sound des Vierzylinder-Turbos (177 kW/240 PS) aus nächster Nähe lauschen.

Noch ein Godzilla: Wahrscheinlich liegt es an einer Mischung aus europäischem Chauvinismus und langjährigen Lücken im Modellprogramm, dass japanische Sportwagen hierzulande ein wenig belächelt werden. Wie ungerechtfertigt das ist, zeigt nicht nur aktuell der Nissan GT-R (liebevoll ,,Godzilla" genannt), sondern konnte schon Anfang der 90er-Jahre am Honda NSX beobachtet werden. Der hatte damals Grand-Prix-Technik alltagstauglich gemacht und musste sich auf der Rennstrecke auch nicht vor Modellen von Porsche oder Ferrari verstecken. Nachdem Honda nun jahrelang nur Studien einer Neuauflage gezeigt hat, scheint der Supersportler 2015 endlich zu kommen. Mit V6-Hybridantrieb, Mittelmotor und über 500 PS. Nicht nur in Maranello und Zuffenhausen ist man auf den nächsten Nippon-Godzilla gespannt.

Jetzt auch in sparsam: Fahrwerksabstimmung - das kann man bei Ford einfach. Auch wenn der Focus mittlerweile ein globales Auto ist, das auf den schnurgeraden US-Highways ebenso funktionieren muss wie auf winklingen Alpenpässen, fährt der Kompakte selbst in den schwach motorisierten Versionen den meisten Konkurrenten zumindest gefühlt locker davon. Entsprechend zackig läuft die Sportversion ST, die das Facelift des Standardmodells nachvollzieht und dann endlich auch so dynamisch aussieht wie sie sich fährt. Neben der Benziner-Ausführung (184 kW/250 PS) gibt es erstmals auch einen sparsameren Diesel mit 136 kW/185 PS und einem Normverbrauch von 4,2 Litern.

Fahrspaß 4.0: Anfang der 90er-Jahre war das Cabrio klinisch tot. Offene Varianten gab es fast nur noch von teuren Sportwagen oder Luxusautos. Dann kam Mazda mit dem MX-5 auf den Markt - einem puren Zweisitzer im klassischen englischen Stil zu zivilen Preisen - und der Roadster sowie das Cabrio allgemein feierten eine ungeahnte Renaissance. Nach drei Generationen ist der Hype bei dem Japaner zwar etwas abgeflaut, doch auch die vierte Auflage verspricht wieder reinen Fahrspaß für Jedermann. Wie gehabt mit Leichtbau, Hinterradantrieb und Saugmotor.

Endlich Sport: Der Supersportwagen LF-A hatte es schon angedeutet: Lexus will für mehr stehen als für penible Verarbeitung, technische Finesse und Hybridantrieb. Doch Strahlkraft konnte der superteure und superseltene Supersportwagen kaum entwickeln. Das könnte nun dem Sportcoupé RC-F gelingen, das mit rassigem Design und politisch unkorrektem V8-Sauger (351 kW/470 PS) gegen BMW M4 und Audi RS5 antritt. Den Japanern ist die Dynamik-Offensive so wichtig, dass sie die ziviler motorisierten Versionen erst Monate später hinterher schieben.

Hochfliegende Pläne: Elektroauto-Pionier Tesla möchte nicht ewig in der Nische bleiben. War der Roadster noch eine Fingerübung und die Oberklasselimousine Model S eine Art Testlauf, soll das neue Model X nun den Weg in den Massenmarkt öffnen. Weil dafür auch endlich die Qualität passen muss, ließen sich die Kalifornier für die Markteinführung ungewöhnlich viel Zeit. Im Herbst 2015 soll der Crossover aus SUV und Van dann zumindest in den USA seine spektakulären Flügeltüren für die ersten elektroauto-affinen Familien öffnen. Die dürfen sich dann wohl auch über hochspannende Fahrleistungen freuen, denn mit seinem antrittsstarken E-Motor soll der Siebensitzer Tempo 100 bereits nach 4,4 Sekunden erreichen.

Ein Dutzend auf die Ohren: Während der Mazda MX-5 den preisgünstigen Einstiegs-Roadster gibt, siedelt sich der Aston Martin V12 Vantage S Roadster 2015 am entgegengesetzten Ende der Preisspanne an. Knapp 200.000 Euro dürfte der Brite kosten - als Gegenwert gibt es eine leichte Alu-Basis, Heckantrieb und einen gigantischen Sechs-Liter-Motor mit 573 PS und 620 Nm. Und den hört man in der offenen Ableitung des Vantage-S-Coupés dann auch richtig.

Kompakter Spaß: Audi hat schon beim ersten TT auf Anhieb das richtige Rezept gefunden: ikonisches Design, zuverlässige und günstige Großserientechnik und jede Menge Fahrspaß, selbst mit Frontantrieb. Die dritte Generation hat das Konzept an vielen Ecken noch einmal verfeinert, wie man am bereits bestellbaren Coupé sieht. Das Cabrio - als einziges im deutschen Premium-Roadster-Trio mit Stoffverdeck - dürfte dann auch die sommerlichen Gemüter ansprechen.

Nachgearbeitet: Nach Cooper kommt Cooper S - und dann John Cooper Works. Auch in der neuen Generation seines Kleinwagen-Klassikers legt Mini wieder eine Sportversion auf. Diesmal die kräftigste aller Zeiten. Der 2,0-Liter-Turbo wuchtet seine Kraft auf die Vorderachse und leistet 170 kW/230 PS, zehn Prozent mehr als im alten Modell. Neben einer Handschaltung gibt es erstmals eine Sechsgang-Automatik. Ganz billig wird das Vergnügen aber nicht.

Auf allen Krallen: Der F-Type war für Jaguar ein Instant-Hit: Das Design im Stile des legendären E-Type, die Reduzierung aufs Wesentliche und die temperamentvollen Sechs- und Achtzylinder. Auch in Sachen Antrieb hielt die Marke am klassischen Konzept des Krafttransfers an die Hinterachse fest. Weil das Modell aber auch Begehrlichkeiten in schneereicheren Gegenden der USA weckt, bietet Jaguar für jede Motorversion 2015 auch einen Allradantrieb an. Damit wird der Sportler auch zum Ganzjahresauto.

Dieser Artikel aus der Kategorie SPECIALS wurde von Holger Holzer/SP-X am 29.12.2014, 09:57 Uhr veröffentlicht.